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24.04.2020

Covid-19-Impfstoff Klinische Studie startet in Deutschland

Berlin (pag) – Schon Ende April soll die erste klinische Studie für einen Covid-19-Impfstoff starten. Erste Informationen darüber, ob die RNA-Technologie wirkt und welche Dosierung nötig ist, werden bereits für Anfang Juli erwartet.

Damit rechnet das Mainzer Biotechnologieunternehmen BioNTech, das für den ersten seiner insgesamt vier Impfstoffkandidaten innerhalb von nur drei Monaten eine Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) für die klinische Studie I bekam. An 200 gesunden Probanden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren wird der erste Impfstoff nun erst einmal getestet. Der zusätzliche Einschluss von Probanden mit erhöhtem Infektionsrisiko oder mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung ist im zweiten Teil der klinischen Prüfung vorgesehen, für die aber vorab weitere Studiendaten eingereicht werden müssen. Bei den jetzt startenden Testungen sollen Dosierungen zwischen einem und 100 Mikrogramm injiziert werden. Geprüft wird auch, ob eine zweimalige Injektion nötig oder eine einfache Injektion ausreichend ist. Für diese erste von mehreren Prüfungsphasen gehen Prof. Ugur Sahin, CEO von BioNTech, und PEI-Chef Prof. Klaus Cichutek von einer Beobachtungszeit von drei bis fünf Monaten aus. Insgesamt will das Mainzer Unternehmen vier Impfstoffkandidaten testen, die Freigaben für die weiteren drei seien in Vorbereitung, sagt Cichutek auf einer Online-Pressekonferenz.
Alle Impfstoffe basieren auf der sogenannten RNA-Technologie, bei denen genetische Informationen des Coronavirus verwendet werden. Für Sahin eignet sich diese synthetische Variante besonders als Impfstoff: „Davon gehen wir aus“. Der Vorteil sei, dass keine Wirkverstärker nötig seien, eine niedrige Dosierung in der Regel ausreiche und „hunderte Millionen Impfdosen leicht hergestellt“ werden können, so Sahin. Die Kapazitäten für die Impfstoffproduktion würden in Deutschland und in den USA mit Unterstützung von Pfizer bereits hochgefahren. Weltweit sind nach Auskunft des PEI jetzt fünf Prüfungen von präventiven, spezifischen Covid-19-Impfstoffkandidaten am Menschen genehmigt worden.