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09.10.2019

Studie Krankenhäuser stehen wirtschaftlich schlechter da

Düsseldorf (pag) – Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland hat sich 2018 gegenüber dem Vorjahr verschlechtert – unabhängig davon, ob sie sich in privater, öffentlicher oder freigemeinnütziger Trägerschaft befinden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Krankenhäuser im Vergleich“ der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Das Unternehmen hat die Jahresabschlüsse 2018 von mehr als 100 Häusern und deren wichtigste Kennzahlen verglichen. Die Material- und Personalaufwandsquote lässt auf die Wirtschaftlichkeit schließen: Sie ist bei den öffentlichen Krankenhäusern mit 92 Prozent sehr hoch. Von 100 Euro bleiben acht Euro für Instandhaltungen, Finanzierung und weitere Ausgaben. Die freigemeinnützigen (87 Prozent) und die privaten Häuser (83 Prozent) haben mehr Geld zur Verfügung. Die EBITDA-Quote misst die Rentabilität, bereinigt um Abschreibungen und den Effekt von Fördermitteln: Sie fällt zwar bei den privaten Einrichtungen mit 7,6 Prozent höher aus als bei den freigemeinnützigen (3,3 Prozent) und den öffentlichen (-0,2 Prozent), ist aber bei allen Häusern gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Modernisierungsquote zeigt, dass die Kliniken moderner werden oder wachsen. Sie beträgt bei den privaten Häusern 111, bei den öffentlichen 143 und den freigemeinnützigen sogar 173 Prozent.
„Die Kennzahlen zeigen insgesamt, dass die Kliniken wirtschaftlich schlechter dastehen als 2017“, bewertet Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland, die Ergebnisse. Stichwort Modernisierung: Hier hätten private Krankenhäuser früh investiert und senkten jetzt ihre Investitionen, die öffentlichen und freigemeinnützigen schließen sie erst 2020 ab, so der Experte. Er betont: „Wer seine Infrastruktur veralten lässt, wird im Wettbewerb des deutschen Krankenhausmarkts schnell abgehängt“. Bei allen Häusern gebe es Optimierungspotenzial: bei der Verkürzung von Wegen, der Zentralisierung von Gebäuden und dem Ausbau der Wahlleistungsmöglichkeiten bei Ein- und Zweibettzimmern.

Die komplette Studie finden Sie hier:
www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/pwc-studie-krankenhaeuser-im-vergleich-september-2019.pdf