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04.07.2019

Biomarker-Test Kritik an G-BA-Beschluss

Berlin (pag) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat entschieden, dass die Kosten eines Biomarker-Tests für Patientinnen mit Brustkrebs im frühen Stadium, bei denen das Rezidivrisiko nicht sicher bestimmt werden kann, von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Dieser Beschluss hat kritische Reaktionen ausgelöst.

Der G-BA hatte die Zulassung des Tests namens Oncotype DX für die vertragsärztliche Versorgung beschlossen. Dies sei laut Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) zwar für einen Teil der Patientinnen und ihre Ärztinnen und Ärzte zunächst erfreulich, „aber bei Weitem nicht ausreichend“. Der Verband hält eine rasche Nachbesserung für notwendig. Diese dürfe nicht noch weitere Jahre in Anspruch nehmen. Bisher decke der Test nur den kleineren Teil der in Deutschland eingesetzten Verfahren ab. Eine Beschränkung darauf gefährde die Versorgungssicherheit in den Brustkrebszentren. Laut BDP müssten den Patientinnen auf Basis der Entscheidung der Tumorboards alle methodisch standardisierten und klinisch validierten Multigentests zugänglich sein. Dies entspreche der gültigen S3-Leitlinie Mammakarzinom. Zudem sei die Datensicherheit nicht gewährleistet, „weil sensible Gesundheitsdaten in den USA verarbeitet werden“. Die G-BA-Entscheidung könne ein Präzedenzfall werden, nur die von großen Pharma-oder Diagnostikfirmen angebotenen Tests zuzulassen und – wie in diesem Fall – sogar gleich im Ausland durchführen zu lassen. Weiterhin sorge sich der BDP wegen der Limitierung auf einen Test besonders um die ärztliche Freiheit der Wahl der richtigen Methode für die Patientinnen.

Ähnlich äußert sich die Krankenkasse BKK Verkehrsbau Union (VBU): „Um eine sichere Versorgung zu gewährleisten, wäre es erfreulich, wenn Krankenkassen die Kosten für alle methodisch standardisierten und klinisch validierten Multigentests im Rahmen der Regelversorgung übernehmen könnten.“ Zusammen mit dem BDP hält die BKK VBU weiter am Selektivvertrag fest. Herstellerunabhängigkeit sei ein wesentliches Merkmal des Vertrags und stelle sicher, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte den Test auswählen können, der für ihre Patientinnen der individuell richtige ist.