GKV-PlusLinnemann: Kein „Anlass für Entwarnung“
Berlin (pag) – Die Krankenkassen machen im ersten Halbjahr ein Plus von rund 2,6 Milliarden Euro. Einnahmen von 188,9 Milliarden stehen Ausgaben von 186,3 Milliarden Euro gegenüber. Das zeigt die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlichte GKV-Finanzentwicklung für die ersten sechs Monate des Jahres 2026. Aber: Gesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann sieht keinen „Anlass für Entwarnung“.
Denn: Die Aufwendungen steigen mit rund 7,1 Prozent deutlich stärker als die Einnahmen mit rund 4,1 Prozent, geht aus der Statistik hervor. Linnemann: „Diese Entwicklung muss gestoppt werden, um die Beitragssatzspirale zu brechen.“ Der Überschuss sei Ergebnis der Beitragssatzanhebungen zum Jahresbeginn und diene vorrangig der Auffüllung der Finanzreserven auf das gesetzliche Mindestniveau, so das BMG.
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind um 9,3 Prozent (5,1 Milliarden) Euro gestiegen und stellen laut Ministerium damit den „maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik“ dar. Selbst um die Mittel aus Soforttransformationsfonds und Begrenzung der Anstiege der Landesbasisfallwerte bereinigt, bleibt ein Ausgabenplus von 6,3 Prozent. Insgesamt schlagen die stationären Kosten mit rund 60 Milliarden Euro zu Buche.
Die Aufwendungen für Arzneimittel steigen um 5,1 Prozent (1,5 Milliarden Euro) und belaufen sich auf rund 30 Milliarden Euro. Innerhalb dieses Blocks verzeichnen die Medikamente in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung deutlich überdurchschnittliche Zuwächse (26,7 Prozent beziehungsweise 462 Millionen Euro).
Die Ausgaben im ambulant-ärztlichen Sektor Behandlungen wachsen um sechs Prozent (1,63 Milliarden Euro) auf etwa 29 Milliarden Euro an. Für diese Entwicklung macht das BMG den Anstieg des Orientierungspunktwerts und die Vergütungen und Zuschläge für Vermittlungsfälle sowie Sondervergütungen, zum Beispiel für die Befüllung der elektronischen Patientenakte, verantwortlich.
Auch die Ausgaben für Hilfsmittel erleben einen Anstieg von 9,9 Prozent und belaufen sich auf 7,9 Milliarden Euro. Dort machen sich besonders die Blankoverordnungen mit einem Plus von 443 Millionen Euro bemerkbar.
Der tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitragssatz entspricht Ende Juni 3,13 Prozent und liegt damit höher als der vom Schätzerkreis angegebene Wert (2,9 Prozent).