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09.02.2022

Initiativen Mädchen und Frauen vor Genitalverstümmelung schützen

Berlin (pag) – Nach mehr Aufklärung und effektiven Frühwarnsystemen, um Mädchen und Frauen besser vor Genitalverstümmelung zu schützen, verlangt Bundesfamilienministerin Anne Spiegel. Anlässlich des internationalen Tages der Genitalverstümmelung am 6. Februar kündigt die Grünen-Politikerin an, sich um praxisnahe Lösungen für die Arbeit vor Ort zu bemühen.

„Es geht mir dabei um niedrigschwellige Aufklärungsarbeit und effektive Kooperationen zum Schutz von Mädchen und Frauen“, sagt Spiegel. Die Ministerin wird in einem Fachgespräch gemeinsam mit Vertretern aus den Communities, von NGOs, aus dem Gesundheitsbereich und weiteren Expertinnen und Experten Konzepte für effektive Frühwarnsysteme und Aufklärungsarbeit erörtern. Ein zentrales Thema soll die Verwendung des von der Bundesregierung veröffentlichten Schutzbriefs gegen weibliche Genitalverstümmelung sein. Die Gespräche knüpfen an die Empfehlungen aus der Bund-Länder-NGO-AG zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung an, die regelmäßig unter der Leitung des Bundesfamilienministeriums tagt, zuletzt am 19. Januar 2022.

In Brandenburg wurde im vergangenen Jahr ein Leitfaden für Hebammen zu Genitalverstümmelung erarbeitet. Damit sollen Handlungskompetenzen von Hebammen im Umgang mit dem Thema erweitert und gestärkt werden. Die Publikation beinhaltet außerdem eine Übersicht von thematisch spezialisierten Ansprechpersonen und Einrichtungen. „Bei der Erarbeitung des Leitfadens und besonders der Übersicht der Hilfsangebote sind auch Leerstellen deutlich geworden“, konstatiert Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg. In der Fläche fehlte es oft noch an Angeboten. Dörnenburg mahnt: „In Brandenburg müssen wir daran arbeiten, dass sich die betroffenen Frauen gegenseitig stärken.“

Weltweit sind über 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Diese wird vor allem in afrikanischen Ländern, im Nahen Osten und in Südostasien praktiziert. In Deutschland leben etwa 68.000 Frauen mit einer Genitalverstümmelung, bis zu 15.000 Mädchen sind davon bedroht.