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05.08.2020

Corona Marburger Bund will gestuftes Vorgehen in der Pandemie

Berlin (pag) – Die zweite Corona-Welle ist auch in Deutschland bereits im Gange, meint Dr. Susanne Johna, Vorstandsvorsitzende des Marburger Bunds. Einem Medienbricht zufolge favorisiert sie diesmal jedoch ein anderes Vorgehen als im Frühjahr.

Kommt sie oder kommt sie nicht? Die Frage nach der zweiten Corona-Welle hält Deutschland in Atem. Geht es nach Johna, befindet sich das Land bereits inmitten „einer zweiten, flachen Anstiegswelle“. Diesmal jedoch seien die Krankenhäuser besser gerüstet als noch im März, erklärt die Chefin des Marburger Bunds gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Damals waren Intensivkapazitäten innerhalb kürzester Zeit hochgefahren und im Gegenzug planbare Eingriffe in großer Zahl verschoben worden, um dem erwarteten Ansturm von Covid-19-Patienten standhalten zu können.
Bei der Bewältigung der zweiten Welle ist laut Johna ein anderes Vorgehen geplant. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagt sie. Heißt also: Kliniken sollen nicht noch einmal den Regelbetrieb abrupt stoppen, sondern stattdessen flexibel auf Veränderungen reagieren. Sobald die vorgesehenen Kapazitäten für Patienten mit Sars-CoV-2 ausgeschöpft sind, sollen kurzfristig neue freigeräumt werden.
Johna hält zwar die zweite Welle für nicht vergleichbar mit der ersten, dennoch bestehe „die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen.“ Johna ruft die Menschen daher dazu auf, die Regeln zur Bekämpfung der Pandemie weiterhin zu befolgen.

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