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01.04.2019

Ärztestatistik 2018 Mediziner am Limit

Berlin (pag) – Die Zahl der Mediziner in Deutschland wächst, doch trotzdem spricht die Bundesärztekammer (BÄK) von einem Ärztemangel. „Die Zahl der Köpfe steigt. Aber sie steigt nicht schnell genug, um den wachsenden Behandlungsbedarf abzudecken“, sagt BÄK-Präsident Prof. Frank Ulrich Montgomery anlässlich der Veröffentlichung der Ärztestatistik 2018.

Demzufolge waren 392.402 Ärzte in Deutschland 2018 tätig – 1,9 Prozent mehr als 2017. Trotzdem zu wenig, findet Montgomery: „Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte wächst zu langsam, um die enormen Herausforderungen zu bewältigen, vor denen unser Gesundheitssystem steht.“ Die BÄK zieht Daten des Statistischen Bundesamtes heran: Zwischen 2009 und 2017 sei die Zahl der Behandlungsfälle in Krankenhäusern von 17,8 auf 19,5 Millionen gestiegen. Hinzu kämen etwa eine Milliarde Arztkontakte jährlich in den Praxen. „Die Bevölkerung in Deutschland ist eine der ältesten weltweit, und sie wird immer älter. Es liegt auf der Hand, dass damit auch der Behandlungsbedarf immer größer wird“, prophezeit der Kammerpräsident. Die Politik müsse gegensteuern und mehr Medizinstudienplätze schaffen, ansonsten werde der demografische Wandel zu erheblichen Engpässen bei der gesundheitlichen Versorgung führen. Für etwas Entlastung sorgten zwar Mediziner aus dem Ausland – 55.000 seien es 2018 gewesen, 3.500 mehr als 2017. Dem gegenüber stünden allerdings fast 2.000 Ärzte, die in andere Länder abgewandert seien.
Im ambulanten Bereich geht der Trend zur Anstellung. Laut Kammer hat sich die Zahl der angestellten Ärzte seit 1996 fast versechsfacht. „Sie stieg im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr auf rund 40.000“, teilt die BÄK mit, ein Plus von 10,6 Prozent. Hart ins Gericht geht Montgomery mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz. Die geplante Ausweitung der Sprechstundenzeiten ist für ihn „ein Affront gegen die vielen Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag am Limit arbeiten“.