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15.10.2019

GKV-Schätzerkreis Mehr oder weniger Zusatzbeitrag?

Berlin (pag) – Der GKV-Schätzerkreis kann sich in seiner Sitzung am 11. Oktober nicht auf die Schätzung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das kommende Jahr einigen. Die Schätzungen liegen um 0,1 Beitragssatzpunkte auseinander, teilt das Bundesversicherungsamt (BVA) mit.

Während das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das BVA eine Erhöhung auf 1,1 Prozent errechnen, kommt der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) auf 1,2 Prozent. Derzeit liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent. Der Ball liegt nun wieder im Feld des BMG. Das Ministerium legt nämlich schlussendlich den Wert fest und gibt ihn bis zum 1. November im Bundesanzeiger bekannt. Veränderungen bei den Finanzreserven der Krankenkassen werden bei der Schätzung des Zusatzbeitragssatzes nicht berücksichtigt. Medienberichten zufolge gibt sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gelassen. Er glaubt, dass aufgrund der hohen Rücklagen der Kassen die tatsächlich zu zahlenden Beiträge gleich bleiben oder sinken werden.
Die voraussichtliche Erhöhung ist in den erwarteten Ausgaben des laufenden Jahres begründet. Während BMG und BVA von 245,7 Milliarden Euro ausgehen, erwartet der GKV-SV 246 Milliarden Euro. Ähnlich sieht es für das kommende Jahr aus. Der Bund rechnet mit 256,8 Milliarden Euro, die Kassen mit 258,6 Milliarden Euro.
Die Einnahmen des Gesundheitsfonds werden für 2019 einvernehmlich auf 231,9 Milliarden Euro geschätzt. Die Zuweisungen aus diesem Topf betragen unverändert 231,1 Milliarden Euro. Für das Jahr 2020 erwartet der Schätzerkreis Einnahmen von 240,3 Milliarden Euro.