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17.07.2025

GesetzentwurfNeue Hoffnung für inkompatible Organspende-Paare

Berlin (pag) – Überkreuznierenspenden zwischen zwei Paaren? Um das zu ermöglichen, greift Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in die Schublade und präsentiert einen Gesetzentwurf ihres Vorgängers Prof. Karl Lauterbach (SPD) zu Änderungen am Transplantationsgesetz.

92 Seiten lang ist der Referentenentwurf „zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Novellierung der Regelungen zur Lebendorganspende und weitere Änderungen“ vom 14. Juli. Das Ziel: den Kreis von Organspendern und Empfängern erweitern. Mit dem Gesetzentwurf sollen zudem Grundlagen für den Aufbau eines nationalen Programms für die Vermittlung und Durchführung der Lebendnierenspenden über Kreuz geschaffen werden. „Abweichend von dem Erfordernis eines besonderen Näheverhältnisses werden die Voraussetzungen für eine Überkreuzlebendnierenspende und eine nicht gerichtete anonyme Nierenspende in Deutschland geschaffen“, schreiben die Autoren des Entwurfs. Zudem soll mit dem Gesetz der Schutz der Spender „maßgeblich“ gestärkt werden. Dazu gehöre, die Aufklärungspflichten der Spender zu erweitern.

Erlaubt ist eine Lebendspende „einer Niere, des Teils einer Leber oder anderer nicht regenerierungsfähiger Organe hierzulande bisher nur in engen Grenzen zwischen Menschen, die sich in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahestehen“, heißt es im Entwurf. Doch nicht immer genügt der Wille zur Spende. Manchmal sprechen biologisch-medizinische Gründe gegen die Transplantation. „Bis zu 40 Prozent der Lebendnierenspenderinnen und der Lebendnierenspender sind mit ihren vorgesehenen Empfängerinnen oder Empfängern inkompatibel“, schreiben die Autoren des BMG-Papiers. Hier soll der Gesetzentwurf Abhilfe schaffen, indem die Spende zwischen inkompatiblen Organspende-Paaren über Kreuz möglich wird. 

Ende 2024 warten rund 6.400 Menschen auf eine Nierenspende, geht aus dem Referentenentwurf hervor. Im selben Jahr seien 253 Patienten auf einer Warteliste für eine Niere verstorben. „Seit langer Zeit reicht die Zahl der Spendernieren nicht aus, um den Bedarf zu decken“, erinnern die Autoren des Entwurfs. Durchschnittlich warteten Menschen hierzulande acht Jahre, bevor ihnen eine Niere übertragen wird.

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