GesundheitskompetenzNeues digitales Präventionsangebot gestartet
Berlin (pag) – Mit Sundi geht ein digitales Präventionsangebot für Menschen ab 55 Jahren an den Start. Das Herzstück ist ein KI-gestütztes Goal-Setting-Tool. Entwickelt wurde die Initiative von Bosch Health Campus Stuttgart und der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Karolinska Institutet Stockholm.
Klare gesundheitsfördernde Ziele statt vager Vorsätze definieren: Das soll mit Sundi möglich werden, freut sich Dr. Katja Vonhoff, Leiterin des Robert Bosch Centrums für Innovationen im Gesundheitswesen. Während es für jüngere Zielgruppen viele solcher Angebote gebe, fehle bislang eins für Menschen ab 55 Jahren, erklärt sie. Dabei werde die Altersgruppe digital immer affiner. Gleichzeitig seien Menschen heutzutage einer enormen Informationsflut ausgesetzt. „Die Flut ist genau das Problem“, stellt Vonhoff klar. Gerade ältere Menschen fühlten sich oft überfordert und hätten Schwierigkeiten, die Informationen richtig zu bewerten und einzuordnen. Sie betont, dass insbesondere die digitale Gesundheitskompetenz in der Altersgruppe 65plus „sehr gering ausgeprägt ist“. Genau hier setze Sundi an. Kombiniert würden wissenschaftlich geprüfte Gesundheitsinformationen mit einem virtuellen Gesundheitsassistenten auf KI-Basis. Das Präventionsangebot lasse sich personalisieren, eigene Gesundheitsziele könnten definiert werden. Abgebildet in Sundi werden Themen wie Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressbewältigung sowie der Umgang mit Suchtmitteln.
Für Kliniken sei Prävention tendenziell ein neues Thema, gibt der Vorstandsvorsitzende der Charité, Prof. Heyo Kroemer, zu. Lange seien Kliniken Reparaturwerkstätten gewesen. „Wenn ich dafür sorge, dass jemand gesund bleibt und dadurch nicht zu uns kommt, haben wir am Ende des Tages dadurch einen wirtschaftlichen Nachteil.“ Doch das gelte im Angesicht der Demografie nicht mehr. Als reiner Reparaturbetrieb sei das Gesundheitssystem nicht dauerhaft überlebensfähig. „Wir gehen davon aus, dass es relativ schnell an seine Grenzen kommen wird. Wenn wir das System auf seinem Niveau halten wollen wie heute, müssen wir dafür Sorge tragen, dass weniger Leute krank werden, also in die Prävention gehen“, konstatiert Kroemer.