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09.05.2017

BfArM Liste versorgungsrelevanter Arzneimittel veröffentlicht

Bonn (pag) – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat erstmals eine Liste von Wirkstoffen veröffentlicht, die für die Versorgung der Bevölkerung als besonders relevant angesehen werden. Diese Übersicht ist für die Bundesoberbehörden wichtig, um zwischen Liefer- und Versorgungsengpässen zu unterscheiden.

Ein Lieferengpass müsse nicht gleichzeitig ein Versorgungsengpass sein, „da oftmals alternative Arzneimittel zur Verfügung stehen, durch die die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter sichergestellt werden kann“, erläutert die Behörde.
Die Liste enthält Wirkstoffe für verschreibungspflichtige Arzneimittel und beruht nach Angaben des BfArM maßgeblich auf den Vorschlägen der medizinischen Fachgesellschaften. Berücksichtigt wurde auch eine Übersicht der Weltgesundheitsorganisation zu essentiellen Wirkstoffen. Arzneimittel, die mit einem besonderen Versorgungsrisiko verbunden sind, sollen künftig besonders engmaschig von den Behörden überwacht werden. Ein besonderes Versorgungsrisiko liegt etwa vor, wenn es für das Mittel nur noch einen Zulassungsinhaber oder Wirkstoffhersteller gibt und keine therapeutischen Alternativen bestehen. Mittels der Übersicht hofft die Bundesoberbehörde, relevante Probleme schnell zu identifizieren und im Dialog mit den Herstellern Lösungen zu finden. Die Liste soll regelmäßig aktualisiert werden.

Außerdem hat das BfArM sein Verfahren zur Veröffentlichung von Lieferengpässen für Humanarzneimittel in Deutschland umgestellt. Neben einem neuen Formular soll die Übersicht künftig auch die Meldungen von den Zulassungsinhabern an die Krankenhäuser beinhalten. Die Versorgungslage für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der stationären Versorgung soll damit transparenter werden.