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11.05.2017

Studie Was ist „Big Data“ im Gesundheitswesen?

Berlin (pag) – Die Diskussion um „Big Data“ im Gesundheitswesen wird von IT-affinen und IT-kritischen Gruppen kontrovers geführt. Bislang gibt es allerdings keine einheitliche Definition des Begriffs für das Gesundheitswesen. Innerhalb einer österreichischen Studie taucht nun eine Definition auf.

Wie das Ludwig Boltzmann Institut in seinem Newsletter berichtet, habe die „Gesundheit Österreich GmbH“ im Dezember vergangenen Jahres im Auftrag der EU-Generaldirektorin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Studie zu „Big Data in Public Health, Telemedicine and Healthcare“ erstellt. In diesem Zuge wurde eine Arbeitsdefinition entwickelt, die mit der EU sowie Experten aus der Gesundheitspolitik, Verwaltung, Gesundheitsdienste-Anbieter, IT, Patienten, Telemedizin, Industrie und Wissenschaft abgestimmt wurde. Die Definition lautet wie folgt: „Im Bereich Gesundheit bezieht sich Big Data auf die elektronische Sammlung, Speicherung und Auswertung umfangreicher (Routine-)Gesundheitsdaten und -informationen. Diese Daten müssten mehreren Zwecken dienen und mehrfach verwendbar sein. Die Zweckbestimmung ist Datenaustausch und -analyse zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und zur Steigerung der Effektivität („Performance“) des Gesundheitssystems.“ Das Ludwig Boltzmann Institut weist daraufhin, dass Daten, „die für eine einzige, wenn auch multizentrische (klinische) Studie gesammelt werden“, nicht unter diese Definition fielen. Auf dieser Begriffsbestimmung basierend wurden Praxis-Beispiele zu Big Data aus verschiedenen EU-Ländern benannt und an die Politik gerichtete Empfehlungen formuliert. Diese beschreiben etwa, dass das Bewusstsein bei der Bevölkerung und Politik für die Chancen und Gefahren von Big Data im Bereich Gesundheit geschaffen werden müsste oder dass technische Standards und Normen erarbeitet werden sollten.