xs
sm
lg

Direkt zu:

19.05.2017

Netzpolitischer Dialog Gröhe: Mut zur Digitalisierung

Berlin (pag) – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe plädiert am 17. April auf dem zweiten netzpolitischen Dialog dafür, den Nutzen der Digitalisierung „mutiger zu heben“. Mit Kassenvertretern, Wissenschaftlern und Ärzten diskutiert er dort über ethische Aspekte der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Welche Folgen hat es, wenn wir einen Fortschritt verschlafen, fragt Gröhe eingangs. Er betont, dass er als die eigentliche Herausforderung die gewaltige Wissenszunahme in der Medizin ansieht. Richtig verstandene Digitalisierung solle einen Beitrag dazu leisten, dass die Informationen zur Verfügung gestellt werden. Prof. Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, verlangt, die Effizienzgewinne durch Digitalisierung in das Gespräch, die Interaktion zwischen Arzt und Patient, zu investieren.
Die Experten diskutieren auf dem Podium über Selbstbestimmung, Datensouveränität, Forschungssolidarität – Kommentare via Twitter oder Facebook finden ebenfalls Eingang in die Debatte. Die Frage, ob Kassenprämien für gesundheitsbewusstes Verhalten zu einer schleichenden Entsolidarisierung führen, veranlasst TK-Chef Dr. Jens Baas dazu, ein „Recht auf Unvernunft“ zu proklamieren. Solidarität bedeute auch, sich unvernünftig verhalten zu dürfen – „und auch wenn ich mich unvernünftig verhalte, tritt die Solidargemeinschaft für mich ein.“
Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf dem Land, Selbstbestimmung und Pflegebedürftigkeit, Herausforderungen bei Multimorbidität, für Gröhe ist – dieses Fazit zieht der Minister – kaum eine medizinische Herausforderung der Gesellschaft denkbar, die ohne Digitalisierung auskäme. Diese Debatte werde mit wachsendem Tempo auch die kommenden Jahre bestimmen.