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12.06.2017

Gemeinsamer Bundesausschuss Krebspatienten wollen mehr Mitsprache

Kronberg (pag) – Krebserkrankte wollen selbst entscheiden, was bei Studien mit neuen Krebsmedikamenten als „patientenrelevant“ eingestuft wird. Dazu hat die Chefredakteurin des Brustkrebs-Magazins „Mamma Mia!“ mit weiteren Krebsgruppen eine Online-Petition initiiert.

Kritisiert wird darin, dass das sogenannte „progressionsfreie Leben“ (PFS) im Rahmen der frühen Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses nicht als patientenrelevanter Endpunkt anerkannt wird. Dies führe zu einer sachfremden Nutzenbewertung, die allen internationalen Expertenmeinungen zuwider laufe und Patienten in ganz Deutschland verunsichere. Darüber hinaus bestünde die Sorge, dass wichtige Krebsmedikamente künftig hierzulande nicht mehr verfügbar sein werden. Eine Preis- und Kostenreduktion von neuen Medikamenten sei im Sinne aller Versicherten. Sie dürfe allerdings nicht auf dem Rücken von Krebspatienten ausgetragen werden. „Wir als betroffene Patienten hatten zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, unsere Vertreter selbst zu wählen, um im Bewertungsverfahren zum Ausdruck zu bringen, was für uns relevant ist. Tausende von Krebspatienten in Deutschland empfinden diese Situation als zynisch und empörend!“, schreiben die Organisatoren.

Die Initiatoren der Petition stellen drei Kernforderungen auf:

•    Der Studienendpunkt „progressionsfreies Leben“ (PFS) soll als Therapieziel gemäß internationaler  Standards als patientenrelevant anerkannt werden.

•    Krebspatienten sollen Mitsprache- und Stimmrecht in Fragen bekommen, die sie betreffen. Dazu sollen Vertreter der jeweiligen Indikation demokratisch von Patienten aufgestellt und gewählt werden.

•    Eine repräsentative Befragungsstudie von Betroffenen soll die Patientenrelevanz von PFS und weiteren Studienendpunkten erfragen. Anhand dieser Ergebnisse soll die Nutzenbewertung neu ausgerichtet werden.