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16.06.2017

Globale Gesundheit Neue Impfstoffe gegen Epidemien

Berlin (pag) – Um der Ausbreitung von Epidemien in Zukunft effektiver begegnen zu können, wurde Anfang 2017 die „Coalition for Epidemic Prepardness Innovations“ (CEPI) ins Leben gerufen. Ein Grund dafür war die Ebola-Epidemie von 2014. „Sie wurde zu lange unterschätzt“, resümiert kürzlich Dr. Dr. Ralf Clemens, bei CEPI für Forschung und Produktentwicklung verantwortlich, auf einem Pressegespräch des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa).

CEPI sei eine Art „Versicherungspolice gegen Epidemien“. Sie beginnt zunächst ihrer Arbeit mit Impfstoffen gegen MERS, das Lassa-Fieber und Nipah-Viren, berichtet Clemens.
Ein globales Krisenmanagement brauche nicht nur organisatorische, sondern auch medizinisch-pharmazeutische Vorbereitungen, ist sich Dr. Siegfried Throm vom vfa sicher. Ein wichtiger Beitrag könne darin bestehen, gegen bestimmte, derzeit noch als „exotisch“ empfundene Infektionskrankheiten vorsorglich Impfstoffe zu entwickeln und Techniken zu etablieren, die im Bedarfsfall eine Impfstoff-Entwicklung und -produktion schneller als heute ermöglichen, erklärt Throm. Seit 2016 werde diese Arbeit durch CEPI systematisiert und intensiviert. Über 500 Millionen US-Dollar hat die Koalition dafür von den Geberländern Deutschland, Norwegen und Japan zur Verfügung bekommen, um die Impfstoffentwicklung gegen Erreger, die Epidemien oder Pandemien auslösen könnten, voranzutreiben. Dabei werden Unternehmen gefördert, die diese Impfstoffe „zu Herstellungskosten vertreiben und auf Patente verzichten“, erklärt Clemens.

Zum Hintergrund: Diskussionen über die Lehren aus Ebola auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2016 führten zur Gründung der CEPI, die ihren Hauptsitz in Oslo hat. Die Allianz in öffentlich-privater Partnerschaft konzentriert sich zunächst auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen Erreger, die gefährliche Epidemien auslösen können. Die Grundlage für die Auswahl der zu entwickelnden Impfstoffe ist eine von der Weltgesundheitsorganisation zusammengestellte Liste von wahrscheinlich in Zukunft neu oder wieder auftretenden Erregern.