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08.08.2017

Datenpool Analyse der Registerdaten zur Hepatitis C-Therapie

Ulm (pag) – Seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche direkt antivirale Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C zugelassen. Registerdaten von über 11.000 seither dokumentierten Behandlungsfällen belegen die Therapieerfolge. Darüber hinaus geben sie Hinweise, wie die Patientenversorgung in der Praxis weiter verbessert werden kann, teilt der Berufsverband Niedergelassenen Gastroenterologen mit.

„Die vor der Zulassung durchgeführten Studien haben etliche Fragen offen gelassen, die wir heute mit den jetzt vorliegenden Daten beantworten können“, sagt der Leberexperte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Karl-Georg Simon. Es zeige sich, dass Patienten im Alter von über 70 Jahren genauso gut auf eine antivirale Therapie ansprechen wie 18- bis 70-Jährige. Für Patienten mit einer zusätzlichen HIV-Infektion würden sich gleiche Erfolgsraten ergeben, wie bei Patienten, die nur mit chronischer Hepatitis C infiziert seien. Auch Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose könnten mit den interferonfreien Therapien so effektiv behandelt werden, dass sie als geheilt gelten.
Die chronische Hepatitis C ist eine komplexe Erkrankung, die je nach der genetischen Veranlagung des Infizierten ganz unterschiedliche Verläufe nimmt. Der riesige Datenpool von mittlerweile mehr als 11.000 registrierten Patienten ermögliche eine detaillierte Analyse der verschiedenen, zum Teil auch vergleichsweise seltenen Untergruppen. So könnten immer bessere individuelle Behandlungsstrategien entwickelt werden. „Die fortgesetzte Erfassung der Therapieergebnisse durch die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte wird es in Zukunft erlauben, die Langzeiteffekte der neuen Behandlungsformen in den Registerdaten darzustellen. Wir können dann erkennen, wie nachhaltig die Heilungserfolge sind“, sagt Simon.
Das Deutsche Hepatitis C-Register ist 2003 aus einer Initiative von hepatologisch engagierten Ärzten des Berufsverbandes als online gestützte Datenbank zur Versorgungsforschung auf den Weg gebracht worden. In den zehn Jahren von 2003 bis 2013 sind mehr als 40.000 Patienten untersucht und etwa 27.000 behandelte Patienten dokumentiert worden.