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25.09.2017

Umfrage Leistungskatalog der Kassen ist undurchsichtig

Hamburg (pag) – Chronisch Kranke benötigen oft eine dauerhafte Versorgung mit Medizinprodukten, Arzneimitteln und Therapien. Welche Leistungen die Kassen dabei übernehmen, wissen drei Viertel der Versicherten nicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung. 

Privat Versicherte fühlen sich tendenziell etwas besser informiert: 29 Prozent der Befragten geben an, zumindest ungefähr zu wissen, welche Leistungen ihre Versicherung übernimmt, bei den gesetzlich Versicherten sind es nur 20 Prozent. Die Befragten sehen vor allem die Krankenkassen in der Pflicht: 80 Prozent erwarten von ihnen, über die Leistungsansprüche informiert zu werden. Fast die Hälfte (49 Prozent) möchten vor allem von ihren Ärzten aufgeklärt werden. Info-Materialien in Kliniken oder Praxen halten 41 Prozent für nützlich.
Mehr als 43 Prozent der gesetzlich Versicherten wissen nicht, dass sie sich Einzelabrechnungen, zum Beispiel über die Kosten eines Klinikaufenthaltes, anschauen können. Lediglich jeder vierte Deutsche (26 Prozent) hat die Möglichkeit bereits genutzt – 18 Prozent haben diese Option noch nicht wahrgenommen, wollen aber davon in Zukunft Gebrauch machen.  
Ebenfalls ein Thema sind Zuzahlungen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) bemängelt, dass Zahlungen, die sie selbst leisten müssen, nicht nachvollziehbar und transparent erklärt werden. Dabei haben 44 Prozent der Befragten schon einmal einen Aufpreis für ein teureres Medizinprodukt, wie zum Beispiel ein Hörgerät, gezahlt.
„Die Intransparenz des Gesundheitssystems und seiner Leistungen kann den Patienten schaden“, sagt Wilhelm Alms, Vorsitzender des Beirats des IMWF. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Versicherten dadurch nicht die bestmögliche Versorgung erhalten und hohe Kosten selbst tragen müssen.“