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05.10.2017

Statistisches Bundesamt Krankheiten kosten Deutschland 2015 knapp 340 Milliarden Euro

Wiesbaden (pag) – Die Krankheitskosten in Deutschland lagen im Jahr 2015 bei insgesamt 338,2 Milliarden Euro, berechnet das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Hälfte der Kosten entstand hauptsächlich durch vier Krankheitsgruppen. Eine davon sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit 46,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Fast ebenso hoch sind die Kosten für die Behandlung von psychischen Verhaltensstörungen mit 44,4 Milliarden Euro und von Erkrankungen des Verdauungssystems mit 41,6 Milliarden Euro. Auf Platz vier der Hauptkostenverursacher landen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit einem Betrag von 34,2 Milliarden Euro.
Die Krankheitskosten pro Kopf lagen durchschnittlich bei 4.140 Euro. Laut Destatis waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern mit 600 Euro pro Kopf mit höheren Kosten verbunden als bei Frauen (540 Euro). Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei Krankheiten der Psyche und Verhaltensstörungen – Frauen verursachten pro Kopf mit 670 Euro rund 1,6-mal so hohe Kosten wie Männer (420 Euro).
Kostentreiber ist auch die älter werdende Bevölkerung in Deutschland: Knapp die Hälfte wurde von Menschen ab 65 Jahren verursacht. In der Altersgruppe 15 bis 29 Jahre fielen mit 1.670 Euro die geringsten Pro-Kopf-Kosten an. Die höchsten entstanden bei den 85-Jährigen und Älteren mit je 19.790 Euro. Das entspricht im Vergleich zur Gesamtbevölkerung dem 4,8-fachen Durchschnitt.
Die Krankheitskostenrechnung bewertet die wirtschaftlichen Folgen von Krankheiten. Dazu gehört neben der Behandlung auch Prävention, Rehabilitation und Pflege. Die letzte Berechnung dieser Art wurde im Jahr 2008 veröffentlicht, sie sei aber nur bedingt vergleichbar, das sich im Laufe der Jahre Methode und Datenbasis verändert hätten, so das Bundesamt.