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12.10.2017

Notdienstreform KBV: Vielzahl von Notfallambulanzen sollte schließen

Berlin (pag) – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kämpfen mit harten Bandagen um die Organisation und Vergütung der Notfallversorgung. Letztere legt jetzt nach: Den Tag des Bereitschaftsdiensts nutzen der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen und sein Vize Dr. Stephan Hofmeister, um die Schließung einer Vielzahl von Notfallambulanzen in deutschen Krankenhäusern zu fordern.

Gassen und Hofmeister betonen, dass das KBV-Modell zur Weiterentwicklung der Notfallversorgung sich in großen Teilen mit den Vorstellungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen decke. Ein entsprechendes Gutachten hatte das Expertengremium im September veröffentlicht. Als Beispiel nennen die Kassenärzte die Portalpraxen: Diese sollen Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, künftig als erste Anlaufstelle dienen und sie in die für sie passende Versorgungsebene lenken. Zum Hintergrund: Das Konzept des Sachverständigenrats sieht vor, dass Niedergelassene und Krankenhäuser gemeinsam Integrierte Notfallzentren an einigen hundert Krankenhäusern in Deutschland betreiben. Diese können als Weiterentwicklung von Portalpraxen verstanden werden.
Hofmeister unterstützt den Gedanken des Rats, solche Erstanlaufstellen für Patienten nicht in jedem Krankenhaus mit Notfallambulanz etablieren zu wollen. „Das wäre weder finanzierbar noch sinnvoll“, sagt er. In der Konsequenz sollen dem KBV-Mann zufolge die verbleibenden Notfallambulanzen „nicht mehr an der Abrechnung ambulanter Leistungen teilnehmen“. Das würde natürlich dazu führen, dass diese Stationen schließen, fasst er zusammen. Und Gassen ergänzt: „Für Krankenhäuser ist es nicht notwendig, dass sie eine Ambulanz betreiben.“ Er spricht sich für einen rigorosen Abbau aus, „auch wenn Herr Baum das anders sieht“. Am Ende, prophezeit Gassen, werde sich die DKG, deren Geschäftsführer Georg Baum ist, „der Macht der Argumente beugen müssen“. Immerhin sorgten die Ideen der KBV letztlich für eine Entlastung der Notaufnahmen, die Baum und Kollegen stets beklagten. Und: „Wir können es uns auf Dauer nicht leisten, Parallelstrukturen aufrecht zu erhalten, die nur teilweise oder falsch ausgelastet sind.“