xs
sm
lg

Direkt zu:

09.11.2017

Rabattarzneimittel Patienten müssen immer häufiger zuzahlen

Berlin (pag) – Bei immer mehr Medikamenten müssen gesetzlich Versicherte für Zuzahlungen in die Tasche greifen – trotz steigender Anzahl an Rabattverträgen, die den Kassen Milliardenersparnisse bringen. Laut den Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) zahlten Patienten im Jahr 2016 rund 2,1 Milliarden Euro zu, 2011 waren es nur 1,8 Milliarden Euro.

Nur jedes vierte Rabattarzneimittel (24,5 Prozent) ist derzeit laut DAV zur Hälfte oder komplett von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Zur Jahresmitte 2017 waren es 23,7 Prozent. Seit Inkrafttreten der Verpflichtung der Apotheken zur Abgabe von Rabattarzneimitteln vor zehn Jahren sei die Befreiungsquote kontinuierlich gesunken. „Im Jahr 2008 lag sie noch bei 60 Prozent“, heißt es in der Mitteilung des DAV.
„Neue Rabattverträge sind jedes Mal eine Chance für Krankenkassen, ihre Versicherten von Zuzahlungen zu entlasten und damit die Akzeptanz für die Umstellung der Medikation auf andere, günstigere Präparate zu erhöhen“, sagt Berend Groeneveld, DAV-Patientenbeauftragter. Die Versorgung der Patienten durch die Apotheker werde durch Rabattverträge teilweise erschwert, da Erklärungsbedarf entstehe.
 
Ein Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Pharmahersteller führt dazu, dass die Versicherten der Krankenkasse auf Rezept nur die Medikamente ihres Vertragspartners erhalten, während der Pharmahersteller für diese Zusage einen Mengenrabatt gewährt. Die Kassen können jeweils entscheiden, ob sie ihre Versicherten bei den rabattierten Medikamenten von der gesetzlichen Zuzahlung in Höhe von 5 bis 10 Euro pro rezeptpflichtiger Packung entbinden, entweder komplett oder zur Hälfte.