xs
sm
lg

Direkt zu:

13.11.2017

Debatte Weniger Kliniken, mehr Pflegepersonal?

Saarbrücken/Berlin (pag) – Würde man ein Viertel der Krankenhäuser in Ballungsgebieten schließen, könnten die restlichen Kliniken in Deutschland mehr Pflegekräfte einstellen. Das Ergebnis wäre eine bessere Versorgungsqualität, findet Prof. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.

Unterstützung bekommt der Experte vom Interessenverband Kommunaler Krankenhäuser in Deutschland (IVKK). „Krankenhausversorgung muss geplant werden und darf nicht den Kräften eines kommerziellen Marktes überlassen werden”, sagt Bernhard Ziegler, Vorsitzender des IVKK. Wenn es um die Frage gehe, welche Leistungen und welche Leistungsdichte für ein Versorgungsgebiet notwendig sind, ist es laut Ziegler logisch, diese im öffentlichen Interesse zu definieren und auch zu garantieren.
Wenig überraschend ist die Haltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zum jüngsten Vorschlag von Gerlach. Georg Baum, DKG-Hauptgeschäftsführer, prophezeit einen „Behandlungsnotstand allererster Ordnung“, wenn so viele Kliniken geschlossen würden. Fast überall in Deutschland hätten Menschen Probleme beim Zugang zu medizinischer Versorgung – selbst in Großstädten wie Berlin. „Zu Recht wird in der aktuellen politischen Diskussion der Stellenwert einer ausreichenden, guten und flächendeckenden Versorgung durch Krankenhäuser als besonderes sozialpolitisches Ziel hervorgehoben“, sagt Baum. Außerdem würden Klinikschließungen aus der Sicht des DKG-Vertreters die Pflegepersonalproblematik nicht lösen.