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18.09.2019

Palliativversorgung Noch immer weiße Flecken auf der Landkarte

Berlin (pag) – „Weiße Flecken auf der Landkarte der Palliativversorgung“ kritisiert Prof. Lukas Radbruch. Dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zufolge ist in ländlichen Gebieten der Weg zum nächsten SAPV-Team oder zu einer qualifizierten Einrichtung oft viel zu weit. Und es bestehen weitere Probleme.

Nach wie vor seien vor allem Patienten mit weit fortgeschrittener Krebserkrankung im Fokus der Palliativversorgung. Dabei bedürften Patienten mit chronischen Herz-, Lungen-, Nieren- oder neurologischen Erkrankungen ihrer aber genauso, unterstreicht Radbruch. Er bemängelt außerdem, dass die Bewohner von Pflegeeinrichtungen häufig noch keinen Zugang zu einer angemessenen Hospiz- und Palliativversorgung finden.
Eine gute Nachricht ist dagegen die Ankündigung des Bundesfamilienministeriums, die Koordinierungs- und Vernetzungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung für weitere drei Jahre zu fördern.
Unter Federführung der DGP ist kürzlich im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung veröffentlicht worden: 15 Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, aber auch Depression, Angst, Todeswunsch, Kommunikation, Sterbephase und Versorgungsstrukturen. Die Leitlinie enthält 442 Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung. Der DGP zufolge sind diese nahezu vollständig auf andere chronische Erkrankungen übertragbar.