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29.10.2025

JahrestagungOnkologen fordern neue Versorgungsarchitektur

Köln (pag) – Ein transsektorales Konzept, in dem Patientinnen und Patienten „unabhängig von Wohnort und Versorgungssektor Zugang zu innovativen Therapien und qualitativ hochwertiger Betreuung erhalten“, verlangt Krebsspezialist Prof. Michael Hallek auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie.

Den Experten zufolge bestehe die größte Herausforderung darin, Innovationen flächendeckend und qualitativ hochwertig in die Versorgung zu integrieren. Hierfür seien angepasste Versorgungsstrukturen erforderlich. Die Krankenhausreform verfolge dieses Ziel. „Allerdings sind die innovativen Zelltherapien bisher dort nicht verankert“, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Essenziell sei es außerdem, Patienten mit metastasierten, systemischen Krebserkrankungen zu berücksichtigen. Sie benötigten den Zugang zu Kliniken, die über das erforderliche Spezialwissen und die notwendige Ausstattung für komplexe Therapieprotokolle und das differenzierte Management therapieassoziierter Nebenwirkungen verfügen. „Hier gibt es ein Defizit, das insbesondere zulasten der älteren und multimorbiden Patientinnen und Patienten geht“, erläutert der geschäftsführende DGHO-Vorsitzende Prof. Andreas Hochhaus. Er bringt als neues Versorgungsmodell den onkologischen Hausarzt ins Spiel.

Hallek wirbt für ein sektorenübergreifendes Versorgungskonzept, das die Chance biete, „die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Patientenzufriedenheit zu steigern“. Dazu gehörten die Integration kleiner Häuser oder Primärversorgungszentren und mobiler Versorgungsteams für besonders vulnerable Patientengruppen sowie die aktive Teilnahme an klinischen Studien und wissensgenerierenden Versorgungsstrukturen. Der Direktor der Klinik I für Innere Medizin sowie des Centrums für Integrierte Onkologie am Universitätsklinikum Köln nennt gemeinsame Fallbesprechungen, vollständig digitale Kommunikationsplattformen, standardisierte Behandlungswege und gleiche Vergütungsstrukturen als zentrale Bausteine.

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