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10.11.2022

Prävention Pandemie verursacht starken Rückgang bei Kinder-Impfungen

Hamburg (pag) – Die Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen gehen schon länger zurück. In der Corona-Pandemie hat sich dieser Trend deutlich verstärkt, wie eine Auswertung der DAK zeigt.

Nach den Daten der DAK ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die 2021 eine Impfung erhalten haben, im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 insgesamt um 11 Prozent zurückgegangen. Auch die Arztbesuche haben um 4 Prozent abgenommen. Hochgerechnet auf die gesamte Bundesrepublik sind das 680.000 Impfungen und 1,3 Millionen Praxisbesuche weniger. Vor allen Dingen während der Lockdowns seien die Impfungen stark zurückgegangen, schreibt die DAK in einer Sonderanalyse zu ihrem Kinder- und Jugendreport 2022.

Die Immunisierung gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung (Tdap-IPV) ging um 23 Prozent zurück, bei den Erstimpfungen waren es sogar 31 Prozent. Im Bereich Meningokokken C erhielten 19 Prozent weniger Kinder und Jugendliche eine Immunisierung. Auch bei HPV-Impfungen zur Krebsvorsorge gingen die Zahlen 2021 zurück. So sanken Gesamtimpfungen um 13 Prozent und Erstimpfungen um gut ein Viertel. Dabei fiel der Rückgang bei Jungen mit minus 26 Prozent deutlicher aus als bei Mädchen mit minus 22 Prozent.

Ein Sonderfall ist laut der Analyse die Masern-Mumps-Röteln-Impfung. Während die Dreifach-Impfung um 18 Prozent zurückging, stieg die Vierfach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken um 18 Prozent an, sodass der Rückgang ausgeglichen wurde. „Die ausgeglichene Quote bei den Mehrfachimpfungen mit Masern ist sicherlich die Folge der Masernimpfpflicht“, so Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Die Kinderärzte könnten die Ergebnisse der Auswertung bestätigen. „Die anhaltend hohen Infektionszahlen haben sicherlich auch negative Auswirkungen auf die Impfraten.“

Für den Kinder- und Jugendreport wurden Abrechnungsdaten von rund 782.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren untersucht, die bei der DAK versichert sind.