ForschungParkinson: Heilung in Sicht
Berlin (pag) – Noch ist Parkinson unheilbar, aber: „Die Forschung ist sehr nah dran an krankheitsmodifizierenden Therapien“, sagt Prof. Kathrin Brockmann, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG), auf einer Pressekonferenz zum Welt-Parkinson-Tag. Vor allem die Ergebnisse zu alpha-Synuklein-Antikörpern seien vielversprechend. Gleichzeitig gewinnt die Prävention weiter an Bedeutung.
Bisher sind regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und gesunder Schlaf die einzigen und wichtigsten Strategien, das Risiko und den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen. „Immer mehr aktuelle Studien deuten darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil Entzündungen, Stoffwechselprozesse und die Regeneration des Gehirns positiv unterstützt“, betont Prof. Brit Mollenhauer von der DPG.
In Deutschland leben rund 295.000 bis 400.000 Menschen mit der Parkinson-Krankheit. Weltweit arbeiten Forschende an Biomarkern zur Früherkennung und an Medikamenten, die die Neurodegeneration bremsen oder sogar stoppen. Brockmann zufolge stehen in großen internationalen Medikamentenstudien drei Ansätze im Fokus: das Eiweiß alpha-Synuklein, dessen Aggregation im Gehirn eng mit der Pathogenese und der fortschreitenden Neurodegeneration verknüpft ist, der GLP-1-Rezeptor, dessen Aktivierung neuroprotektive Effekte haben könnte, sowie zielgerichtete Stoffwechselwege bei genetischen Formen der Parkinson-Krankheit.
Auf neue Chancen, die Digitalisierung und künstliche Intelligenz Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Parkinson bieten, geht Prof. Jens Volkmann, Vorsitzender der Parkinson Stiftung, ein. Ein konkretes Beispiel: der KI-gestützte Chatbot „jAlmes“. Der digitale Begleiter basiert auf der KI-Plattform OpenWebUI und ist mit einer kuratierten Wissensdatenbank der Stiftung verknüpft. Betroffene, Angehörige und Interessierte können gezielt und in natürlicher Sprache Fragen zu Parkinson stellen – und erhalten verlässliche Antworten, direkt aus verifizierten Stiftungsinhalten sowie aus wissenschaftlichen Studien und Leitlinien. Die Datenbank wird kontinuierlich von der Stiftung aktualisiert und erweitert, sodass ausschließlich geprüfte und evidenzbasierte Inhalte einfließen.