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07.03.2019

Positionspapier Patienten brauchen besseren Zugang zu digitalen Innovationen

Berlin (pag) – Patienten benötigen einen schnelleren Zugang zu digitalen Versorgungsangeboten. Dafür plädieren acht Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft in einem gemeinsamen Positionspapier. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) will das Thema anpacken.

Welche Chancen und Risiken entstehen durch die Digitalisierung? Das will der Rat in seinem nächsten Gutachten untersuchen. Dabei geht es auch um geeignete Rahmenbedingungen für eine evidenzbasierte digitale Gesundheitsversorgung.
Alter und neuer Vorsitzender des Rats ist der Allgemeinmediziner Prof. Ferdinand Gerlach (Universität Frankfurt). Zu seinem Stellvertreter wird erstmalig der Gesundheitsökonomen Prof. Wolfgang Greiner (Universität Bielefeld) gewählt.

Unterdessen mahnen acht Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft in einem Positionspapier an, dass allen Versicherten der gleiche Zugang zu digitalen Innovationen zu ermöglichen ist. Sie setzen sich unter anderem für adäquate Bewertungsverfahren und Beratungsangebote sowie eine sektorenübergreifende Vergütungssystematik ein. „Weiterhin sollten rechtliche Vorschriften für die Nutzung digitaler Versorgungsangebote bundesweit einheitlich an die Versorgungsrealität angepasst werden“, lautet eine weitere Forderung. Die Unterzeichner des Diskussionspapiers sind BIO Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, SPECTARIS, VDGH, vfa und ZVEI. Die Verbände erwarten einen höheren Patientennutzen und verbesserte Behandlungsprozesse.
Neben den telemedizinischen Einsatzmöglichkeiten biete die Digitalisierung den Patienten besonders bei chronischen und seltenen Erkrankungen zahlreiche Möglichkeiten zum Selbstmanagement, teilen die Verbände mit. „Derzeit sind digitale Versorgungsangebote in Deutschland aber nur unzureichend in den Vergütungssystemen abgebildet, obwohl durch sie Behandlungsprozesse effizienter gestaltet und damit die Patientenversorgung verbessert werden können“, kritisieren sie.