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15.10.2020

Initiative „Planetares“ Gelöbnis für Gesundheitsberufe
 

Berlin (pag) – Menschen in Gesundheitsberufen tragen besondere Verantwortung – und könnten auch beim Thema Umweltschutz eine Vorreiterrolle einnehmen, findet eine Gruppe von Wissenschaftlern. Im Fachmagazin The Lancet regen sie deshalb die Etablierung eines neuen, „planetaren“ Gelöbnisses an.

Teil dieses Gelöbnisses ist unter anderem das Bekenntnis, „mein Leben in den Dienst der Menschheit zu stellen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, von denen die menschliche Gesundheit abhängt.“ Das Genfer Gelöbnis für Ärzte würde damit um eine neue Dimension erweitert. Mitautorin Sabine Gabrysch hält den Zusatz für wichtig: „Prinzipien der planetaren Gesundheit sollten in Ethos, Ausbildung und Praxis aller Gesundheitsberufe verankert werden“, sagt die Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Berliner Charité und Abteilungsleiterin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

„Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch den Lebensraum Planet Erde massiv verändert“, erläutert Katharina Wabnitz, Forscherin an der englischen Universität Cambridge. Das Gelöbnis soll ein Bewusstsein schaffen, welche Verantwortung damit einhergeht. Das Bekenntnis, sich für die Gesundheit anderer einzusetzen, könnte somit „ein ganz wichtiger Schritt im Leben von jungen Medizinerinnen und allen Gesundheitsberufen“ werden, so Wabnitz.

Aus Sicht der Autoren könnten Menschen in Gesundheitsberufen mit dem Gelöbnis auch eine Art Vorreiterrolle hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Planeten einnehmen. „Sie sind wichtige Mediatoren zwischen Wissenschaft, Politik und der Öffentlichkeit und können so die für planetare Gesundheit notwendige gesellschaftliche Transformation vorantreiben“, meint etwa Dr. Martin Herrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und ebenfalls einer der Autoren.

Feedback und Diskussion zum Artikel sind den Wissenschaftlern zufolge ausdrücklich erwünscht, um aus dem Entwurf künftig „ein Gelöbnis auf Grundlage eines breiteren Konsenses zu entwickeln“.

Den Beitrag der Wissenschaftler samt Gelöbnis finden Sie hier: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32039-0/fulltext