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20.11.2025

PositionspapierPrävention: Ruf nach Beauftragten im Kanzleramt

Bonn/Heidelberg (pag) – Wie kann die Krebsprävention in Deutschland wirksam gestärkt werden? Dazu publizieren die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fünf Handlungsempfehlungen an die Politik. Eine davon lautet, die Prävention ressort- und politikfeldübergreifend als Querschnittsaufgabe zu verankern.

Im Sinne eines „Health-in-all-policies“-Ansatzes müsse Prävention als Querschnittsaufgabe ressort- und politikfeldübergreifend verankert werden, heißt es in dem neunseitigen Positionspapier, das die Ergebnisse des ersten Nationalen Krebspräventionsgipfels zusammenfasst. Die Verantwortlichen bringen unter anderem einen (Sonder-)Beauftragten für Gesunderhaltung und Prävention, angesiedelt im Bundeskanzleramt, ins Spiel. Weiter heißt es: Bei der Ressourcenallokation sollte eine ressortübergreifende Perspektive eingenommen werden, die präventive Maßnahmen systematisch stärkt und langfristig ebenso verlässlich finanziert wie die Krankheitsbehandlung. 

Zu den Handlungsempfehlungen gehören auch, den Austausch und Vernetzung zwischen Wissenschaft, Praxis, Politik und Zivilgesellschaft zu stärken sowie die Verhältnisprävention gesetzgeberisch mehr zu nutzen – etwa im Zusammenhang mit Tabak, Alkohol oder Zucker. Auch sollten Schulen systematisch in die Prävention einbezogen und der Zugang zu Prävention niedrigschwellig und zielgruppengerecht gestaltet werden. 

Der Krebshilfe und dem DKFZ zufolge sind 40 Prozent der jährlich 500.000 Krebsneuerkrankungen durch Primärprävention vermeidbar. Beide Institutionen haben das Nationale Krebspräventionszentrum gegründet und den ersten Nationalen Krebspräventionsgipfel initiiert. An der Veranstaltung im Juni haben 40 Fachleute aus Forschung, Versorgung, Gesundheitspolitik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und von Seiten der Kostenträger teilgenommen. 

„Wir dürfen den Krebs nicht erst bekämpfen, wenn er schon da ist. Wir müssen ihn vielmehr verhindern, bevor er entsteht“, verlangt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Deutschland investiere zu viel in Reaktion und zu wenig in Prävention. Es ist Aufgabe der Politik, das zu ändern. 

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