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03.08.2026

Neuer Gesundheitsminister LinnemannPrimärversorgung und Pflegereform im Visier

Berlin (pag) – Nina Warken (CDU) hat ein Präsent für ihren Amtsnachfolger im Bundesgesundheitsministerium (BMG) parat: einen Werkzeugkoffer. Denn das Gesundheitswesen sei schließlich eine „Dauerbaustelle“. Der neue Chef an der Mauerstraße 29, Dr. Carsten Linnemann, nimmt das Einstandsgeschenk dankend an. Einige Stunden zuvor erhielt der Ex-CDU-Generalsekretär seine Ernennungsurkunde aus den Händen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD).

„Es gilt, den Reformprozess mit aller Entschlossenheit und Tatkraft weiterzuführen, immer im Sinne des Ausgleichs zwischen Solidargedanken, Lastengerechtigkeit und Finanzierbarkeit“, gibt dieser ihm mit auf den Weg.

Linnemann zeigt Demut und Respekt vor dem neuen Amt. „Verstehen Sie mich als Teamplayer“, wendet sich der Ostwestfale an seine Belegschaft. Seine neue Aufgabe wolle er mit Empathie angehen. „Das ist kein kalter Job. Das ist ein warmherziger Job.“ 

Große Strukturreformen stehen an. Das ist Linnemann bewusst. Er warte nun auf den zweiten Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Das System wolle er effizienter, leistungsfähiger und gerechter machen. Er spricht die Einführung des Primärversorgungssystems und die Pflegereform an. „Schockierend“ sei es, wie viel Zeit Pflegekräfte für Dokumentation aufwenden müssten.

Die Akteure im Gesundheitswesen knüpfen hohe Erwartungen an Mister „Einfach mal machen“. Die „Mammutaufgabe“ der Strukturreformen müsse nun angegangen werden, fordert etwa Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands. „Grundsatz muss sein, dass sich das medizinische und pflegerische Versorgungsangebot stärker am Bedarf der Patientinnen und Patienten ausrichtet und wir die begrenzten Ressourcen besser als heute einsetzen.“ Linnemann stehe für Entbürokratisierung, glaubt Dr. Gerald Gaß, Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft. „Jetzt hat er die Chance, dies im Gesundheitswesen in die Tat umzusetzen.“ Der Virchowbund erwartet Unterstützung für den ambulanten Sektor: „Wer diese Ebene stärkt, entlastet Krankenhäuser, stabilisiert die Versorgung und schützt Patientinnen und Patienten vor längeren Wartezeiten und höheren Kosten. Das ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll.“

Bei all den Aufgaben muss Linnemann die Haushaltslage des Bundes und der GKV im Blick haben. Daran wird ihm auch sein neuer Werkzeugkoffer erinnern, denn auf diesem steht: „besser sparen.“