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04.11.2019

Krankenhausprüfung Qualität in Krankenhäusern: 66 Mal unzureichend

Berlin (pag) – Der erste Bericht im vergangenen Jahr sorgte für Wirbel und Kritik. Nun veröffentlicht der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die zweite Auswertung zu Planungsrelevanten Qualitätsindikatoren in Krankenhäusern. Demnach stellen die Prüfer in 66 Fällen an 62 Standorten eine unzureichende Qualität für 2018 fest. 2017 waren es noch 73 Fälle. Untersucht wurden die Abteilungen Gynäkologie, Geburtshilfe und Mammachirurgie.

Verantwortlich für die Prüfungen ist das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, Auftraggeber der G-BA. Daten von 1.063 Standorten wurden ausgewertet. Bei den Untersuchungspunkten „Anwesenheit eines Pädiaters bei Frühgeburten“ und „Intraoperative Präparatradiografie oder intraoperative Präparatsonografie bei sonografischer Drahtmarkierung“ stellen die Prüfer bei jeweils 21 Standorten eine „unzureichende Qualität“ fest – die höchste Anzahl mit dieser Bewertung. Bei insgesamt acht der Standorte sei zum wiederholten Male ein Indikatorergebnis mit ,unzureichend‘ benotet worden, heißt es im Bericht.
Prof. Elisabeth Pott, unparteiisches G-BA-Mitglied, betont, dass es „nicht zulässig ist, aufgrund einzelner Ergebnisse aus einzelnen Behandlungsbereichen auf die Qualität einer Krankenhausabteilung oder eines gesamten Krankenhauses zu schließen.“ Darauf weist auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hin. Sie wollte außerdem, dass die Krankenhäuser in der Veröffentlichung die Möglichkeit zur Kommentierung bekommen. Das habe der G-BA mehrheitlich abgelehnt. „Uns bleibt dies unverständlich. Es wäre doch wichtig zu wissen, ob die Ursache für ein nicht erreichtes Qualitätsziel eines einzelnen Indikators vielleicht schon abgestellt worden ist oder ob es nur ein Dokumentationsfehler war“, sagt DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die Bewertung weise Schwächen auf. Besondere Fallkonstellationen würden nicht immer ausreichend berücksichtigt, „so zum Beispiel bei einer Überschreitung der Entscheidungs-Entbindungszeit bei einem Notfallkaiserschnitt, wenn sich die Schwangere gegen die Narkose wehrt oder Sprachbarrieren hier zu einer Verzögerung führen“, meint die DKG.

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.g-ba.de/beschluesse/4015/