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13.04.2021

Kinderwunschbehandlung Regierung hält an Förderkonzept fest

Berlin (pag) – Etwa 85 Prozent der ungewollt kinderlosen Menschen halten die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung für zu hoch, wie eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im September gezeigt hat. Die FDP-Fraktion im Bundestag möchte jetzt wissen, welche Konsequenzen die Regierung daraus zieht.

Das BMFSFJ setzt weiter auf die Bundesinitiative „Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit“, um Paare bei reproduktionsmedizinischen Behandlungen finanziell zu unterstützen, wie aus dem Antwortschreiben hervorgeht. Im Rahmen dessen gewährt der Bund Zuwendungen – allerdings nur, wenn die Bundesländer, in denen die Betroffenen ihren Hauptwohnsitz haben, eigene Landesförderprogramme unterhalten und eine Kooperation mit dem Bund eingehen.

Mittlerweile beteiligen sich elf Bundesländer an der Initiative. Bremen und das Saarland beabsichtigen, in diesem Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit dem Bund abzuschließen. „Das BMFSFJ wird bei den drei verbliebenen Ländern Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein weiterhin für einen Beitritt zur Bundesinitiative werben, sodass ungewollt kinderlose Paare flächendeckend bei der Inanspruchnahme von Kinderwunschbehandlungen finanziell unterstützt werden können“, heißt es in dem Schreiben. Außerdem plant die Regierung das Informationsangebot zu Gründen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von ungewollter Kinderlosigkeit zu erweitern und die Angebote der begleitenden psychosozialen Kinderwunschberatung zu verbessern, wovon sie sich eine Enttabuisierung und Entstigmatisierung erhofft.

„Das BMFSFJ gibt eine Studie in Auftrag, erkennt die Ergebnisse an, bleibt aber weiter untätig“, kritisiert die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr. Die Große Koalition breche damit ihr im Koalitionsvertrag festgehaltenes Versprechen, die Bundesförderung unabhängig von den Ländern zu gewähren. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen“, so Helling-Plahr. Ihre Fraktion fordert, dass langfristig die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bei Vorlage einer medizinischen Indikation wieder vollständig übernehmen sollen.