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01.08.2025

GesundheitsförderungSBK will Verhältnisprävention implementieren

München (pag) – Prävention sollte in digitale Lebenswelten eingeflochten werden. Dieser Vorschlag stammt von der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) und soll das Präventionsgesetz verbessern.

„Gesundheitsförderung ist stärker in den sogenannten Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Betrieben und Kommunen verankert“, lobt SBK-Chefin Dr. Gertrud Demmler das vor zehn Jahren verabschiedete Präventionsgesetz. Weiteres Plus: Krankenkassen investierten heute gezielter und strukturierter in die Vorbeugung, auch in sozial benachteiligten Lebenswelten. Doch „zu häufig werden vor allem Maßnahmen gefördert, die auf ein gesünderes Verhalten Einzelner abzielen“, kritisiert Demmler. Luft nach oben bleibe bei der Verhältnisprävention. Dazu gehörten Konzepte für gesündere Ernährung, etwa mit Krankenhäusern und Rehakliniken über einen Pakt für gesundes Essen zu reden. „Mit der Politik müssen wir für eine bessere Ernährung um mehr Transparenz vonseiten der Nahrungsindustrie ringen“, ergänzt die SBK-Chefin.

Das Präventionsgesetz ermögliche es Ärzten, Kurse für Sport oder gesunde Ernährung zu verordnen. „Doch die bisherigen Verordnungsmöglichkeiten werden bislang nicht zielführend eingesetzt“, lamentiert Demmler. Das Primärversorgungsmodell böte neue Chancen in Praxen. „Mithilfe integrierter Vergütungsmechanismen können wir dafür sorgen, dass Prävention als integraler Bestandteil der Patient Journey mitfinanziert wird und nicht nur hauptsächlich eine Rolle spielt, wenn die Arbeitsfähigkeit einer Person gefährdet ist.“ Und mit der elektronischen Patientenakte könnten Krankenkassen ihren Versicherten bedarfsgerechte Angebote zur Vorbeugung unterbreiten. Abgeschmolzen gehörten in Demmlers Augen die „fiktiven Grenzen an den Türen der Betriebe oder Kitas“. Das soziale Umfeld sowie die digitale Welt sollten bei der Prävention mitgedacht werden. Weiterer Vorschlag: Betriebsärzte stärker einbinden.

Die GKV-Ausgaben für Prävention haben sich zwischen 2015 und 2023 fast verdoppelt – von 317 auf 631 Millionen Euro. „Wichtig zu wissen: Das Budget des Gesundheitsfonds umfasst knapp 300 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Prävention sind davon gerade mal ein halbes Prozent“, ordnet die SBK-Chefin ein.

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