DAK-PräventionsradarSchüler mit schlechten Noten bei Gesundheitskompetenz
Berlin (pag) – Deutschlands Heranwachsende sind stark von Einsamkeit, Erschöpfung und depressiven Symptomen betroffen. Rund 84 Prozent offenbaren zudem deutlichen Nachholbedarf bei der Gesundheitskompetenz. Das zeigt der DAK-Präventionsradar 2025, bei dem in einer Wiederholungsstudie rund 26.500 Schüler der fünften bis zehnten Schulklasse in 14 Bundesländern befragt werden. Die Studie untersucht dieses Jahr erstmals die Gesundheitskompetenz und zeigt: Es besteht ein direkter Zusammenhang zur Belastung.
Das mit dem Präventionsradar beauftragte IFT-Nord (Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung) hat herausgefunden: Mindestens einmal wöchentlich fühlen sich 65 Prozent der Befragten erschöpft. 46 Prozent sogar mehrmals die Woche. 31 Prozent leiden regelmäßig unter Kopfschmerzen. 42 Prozent haben Schlafstörungen. Hinzu kommen mentale Probleme. 17 Prozent zeigen eine erhöhte emotionale Belastung. Prof. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer am IFT-Nord, ist alarmiert. Die Beschwerden seien zwar keine klaren Diagnosen, es handle sich aber um Frühwarnsymptome. „Beim Bereich der mentalen Gesundheit ist die Ampel dabei nun langsam auf Rot gesprungen“, so Hanewinkel.
Allerdings könne man tätig werden, indem man nun die Gesundheitskompetenz fördert. Die Untersuchung mache deutlich, dass dieses Thema „gravierende Auswirkungen auf den Alltag der Schülerinnen und Schüler in Deutschland hat“, sagt der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, bei der Vorstellung. Schüler mit besserer Gesundheitskompetenz zeigten deutlich weniger Beschwerden. „Wir brauchen jetzt ein Schulfach Gesundheit und Prävention“, folgert Storm. Für die parlamentarische Staatssekretärin Mareike Wulf (CDU) aus dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend „rütteln die Zahlen auf“. Nicht zuletzt wegen Kompetenzüberlappungen mit den Ländern sieht sie ein neues Schulfach aber kritisch. „Wir haben schon sehr gute Strukturen, auf die wir aufbauen müssen.“ Sie verweist etwa auf den Einsatz von Gesundheitsfachkräften an Schulen oder Hilfsangebote wie die Nummer gegen Kummer. „Es gibt einen Flickenteppich von Versuchen, aber wir kommen nicht wirklich voran«, beklagt dagegen der DAK-Chef.