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29.09.2026

VersorgungSelbsthilfe wird stärker gebraucht

Berlin (pag) – Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) macht kürzlich auf den wachsenden Bedarf und die unsichere Finanzierung der Selbsthilfekontaktstellen aufmerksam.

Selbsthilfe gewinnt laut NAKOS angesichts von Versorgungsmängeln im Gesundheits- und Pflegesystem zunehmend an Bedeutung: Der Bedarf an gemeinschaftlicher Selbsthilfe wachse vor allem bei seelischen Erkrankungen und Problemen. Das zeigt sich an den Gründungen von Selbsthilfegruppen: In Nordrhein-Westfalen steigt ihre Zahl 2025 gegenüber 2023 um 19 Prozent. In Niedersachsen werden 2024 insgesamt 371 Selbsthilfegruppen neu gegründet, davon 118 Gruppen (31 Prozent) zu psychischen Erkrankungen. Eine aktuelle Befragung aus Niedersachsen unter Gruppenmitgliedern zeigt: 92 Prozent halten ihre Selbsthilfegruppe für sehr wichtig, für 74 Prozent ist sie entscheidend für das eigene Wohlergehen. 

„Selbsthilfe ersetzt keine Behandlung, aber sie gibt Menschen etwas, das keine Therapie leisten kann: den Austausch mit jemandem, der es selbst erlebt hat und nicht nur die Krankheit, sondern auch den Menschen sieht“, sagt Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, Geschäftsführerin der NAKOS.

Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit Jahren finanziell. 2026 stieg ihr Förderbetrag auf gesamt 107,3 Millionen Euro (2025: 101 Millionen Euro), umgerechnet 1,44 Euro pro Versicherten. 2025 erhielten 573 Selbsthilfeorganisationen, 265 Selbsthilfekontaktstellen und 13.703 Selbsthilfegruppen Fördermittel aus der GKV-Förderung.

Bundesweit begleiten über 330 Selbsthilfekontaktstellen rund 100.000 Selbsthilfegruppen und -initiativen. Für 78 Prozent von ihnen ist die freiwillige kommunale Förderung eine zentrale Finanzierungsquelle – ein Viertel erwartet angesichts klammer Kassen künftig Kürzungen. Die Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen könne diese kommunale Finanzierung nicht ersetzen. Die NAKOS fordert deshalb, die Finanzierung der Kontaktstellen auch in angespannten Haushaltslagen zu sichern und mit dem wachsenden Bedarf an professioneller Selbsthilfeunterstützung mitwachsen zu lassen. 

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