Gesundheitsatlas DeutschlandSoziale Lage prägt Herzgesundheit
Berlin (pag) – Mehr als drei Millionen Menschen sind 2024 bundesweit von einer Herzinsuffizienz betroffen. Das zeigt der aktuelle „Gesundheitsatlas Deutschland“, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zum Weltherztag veröffentlicht. Der Bericht macht deutlich, dass soziale und materielle Benachteiligung mit einer deutlich höheren Belastung durch Herzinsuffizienz einhergeht.
Menschen in den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten Regionen Deutschlands sind deutlich häufiger von einer Herzinsuffizienz betroffen als Menschen in Regionen mit günstigen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In den besonders benachteiligten Regionen sind 6,8 Prozent von Herzinsuffizienz betroffen, in den materiell besser gestellten Regionen hingegen lediglich 4,4 Prozent. Auch nach Berücksichtigung von Alters- und Geschlechtsunterschieden bleibt dieser Zusammenhang weitgehend bestehen, so die WIdO-Analyse
„Die Ergebnisse zeigen, dass sich soziale Ungleichheit auch in der Herzgesundheit widerspiegelt“, sagt Helmut Schröder, Geschäftsführer des Instituts. Einkommen, Bildung und Beschäftigung beeinflussten die Verteilung wichtiger Risikofaktoren und damit auch die Krankheitslast in den Regionen. „Präventionsangebote sollten insbesondere dort gestärkt werden, wo die gesundheitlichen Belastungen besonders hoch sind.“
Die Herzinsuffizienzhäufigkeit unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern deutlich. Besonders niedrige Krankheitshäufigkeiten weisen Hamburg (3,8 Prozent), Bremen (4,5 Prozent) und Berlin (4,6 Prozent) auf. Den höchsten Herzinsuffizienzanteil verzeichnet Sachsen-Anhalt (8,9 Prozent), gefolgt von Thüringen (8,5 Prozent) und Sachsen (7,9 Prozent).
Die Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch als Herzschwäche bezeichnet, stellt eines der häufigsten Gesundheitsprobleme des Herz-Kreislauf-Systems dar. Sie tritt als Folge anderer Krankheiten auf, zu denen insbesondere die Koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck zählen. Neben sozialen Faktoren zeigen die WIdO-Analysen auch deutliche Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von Herzinsuffizienz und vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Dies verdeutliche, wie wichtig gesundheitliche Prävention und gesundheitsförderliche Lebensbedingungen zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, betont das Institut.