Direkt zu:

09.12.2025

FachforumSPD umgarnt industrielle Gesundheitswirtschaft

Berlin (pag) – Bepreisung, Fachkräftemangel, internationale Konkurrenz: Die industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW) schlägt sich gerade mit einigen Sorgen herum. Diese sind auf einem Fachforum der SPD-Bundestagsfraktion mit Arbeitsministerin und Parteichefin Bärbel Bas Thema.

Bas hat eine iGW-Agenda parat: Darin spricht sie sich für schnellere Verfahren aus. Vorhandene Daten sollen besser nutzbar gemacht werden. Gegen Krisen und bei Lieferausfällen müssten Vorsorgepläne greifen. Ihr Fraktionskollege und Initiator des Dialogs, Matthias Mieves, betont den Wert der Branche als Jobmotor. Dass man bei der Arzneimittelversorgung auf beispielsweise China angewiesen sei, stört ihn. „Das ist der Grund, warum wir uns resilienter und unabhängiger aufstellen müssen.“

Die Diskussion um hohe Arzneimittelpreise und eine stärkere Beteiligung der Hersteller an der Finanzierung der GKV treibt die Industrie gerade um. Referentin Dr. Jasmina Kirchhoff (Institut der deutschen Wirtschaft) warnt davor, die Preisschraube anzuziehen. „Natürlich spielt der Absatzmarkt bei allen Entscheidungen eine Rolle.“ Deswegen sei die Bepreisung sehr wohl standortrelevant. Das sieht Dr. Thomas Kaiser, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), anders: „Wir wissen aus sehr guten Analysen, dass das nationale Pricing praktisch keinen Einfluss darauf hat, wie gut eine pharmazeutische Industrie in dem jeweiligen Land ist.“ Vielmehr seien (Forschungs-)Infrastruktur und die Verfügbarkeit von Fachkräften entscheidend. Ein Punkt, den auch Referent Francesco Grioli von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) anspricht. „Wenn wir die industrielle Gesundheitswirtschaft stabil halten wollen, müssen wir sichere Arbeitsplätze und starke Standorte gleichermaßen in den Blick nehmen.

Verwandte Artikel