Berufskrankheit ParkinsonStiftung fordert konsequente Präventionspolitik
Berlin (pag) – Seit dem 1. August gilt Parkinson als Berufskrankheit. Die Indizien verdichten sich, dass Umweltgifte und Pestizide zentrale Risikofaktoren sind. Die Fallzahlen nehmen zu. Angesichts dieser Entwicklungen fordert der Neurologe und Vorsitzende der Parkinson Stiftung, Prof. Jens Volkmann, die Reduktion gesundheitsschädlicher Gifte und eine konsequente Präventionspolitik. Auf einer Pressekonferenz seiner Organisation erhält er politische Unterstützung.
„Wir fordern die Bundesregierung auf, diesem Präventionsgedanken Rechnung zu tragen“, kündigt Johannes Wagner, angehender Kinderarzt und Grünen-Bundestagsabgeordneter, an. Für ihn liegt der Zusammenhang zwischen Umweltgiften und Parkinson auf der Hand.
Worte, die Volkmann gerne hört. Die Korrelation zwischen der Exposition von schädlichen Stoffen und dem Auftreten von Parkinson sei auffällig. „In der Summe können wir den Großteil der Parkinson-Erkrankungen nicht genetisch erklären.“ Epidemiologische Daten zeigten, dass Parkinson zunehme. „Am stärksten sind die Wachstumsraten in den Schwellenländern“, sagt der Stiftungsvorsitzende. Dabei handele es sich um Staaten mit einer nahezu ungesteuerten Industrialisierung, die mit einer hohen Umweltverschmutzung einhergehe. Unsicherheiten bezüglich der Ursachen dürften nicht zu Handlungsunfähigkeit führen, man müsse wissenschaftliche Studien intensivieren und „Parkinson als gesundheits- und gesellschaftspolitisches Thema in der Mitte der Gesellschaft verankern“, fordert er.
Weiter ist man in der Erforschung von Parkinson und Umweltgiften in den USA. Prof. Michael S. Okun, geschäftsführender Direktor des Norman Fixel Institute for Neurological Diseases (Universität Florida), freut sich in seinem Statement anlässlich der Pressekonferenz über das Engagement der Parkinson Stiftung: „Die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Anerkennung berufsbedingter Parkinson-Erkrankungen und der Förderung der Debatte über umweltbedingte Gesundheitsrisiken zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse eine sinnvolle politische Gestaltung und das öffentliche Bewusstsein prägen können.“