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27.05.2026

Public HealthStreeck mahnt moderne Nikotin- und Tabakpolitik an

Köln (pag) – Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) legt neue Daten zum Rauchverhalten und Nikotinkonsum von jungen Menschen in Deutschland vor: Der Anteil rauchender und vapender Jugendlicher ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Prof. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, fordert daher eine moderne Nikotin- und Tabakpolitik.

Die repräsentativen Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Rauchverhalten junger Menschen zeigen, dass vor allem der Konsum neuartiger Nikotinprodukte wie Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeutel deutlich zunimmt. Der Studie zufolge raucht 2025 fast jeder Zehnte der 12- bis 17-Jährigen (9,6 Prozent). 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Damit zeigt sich bei Jugendlichen eine gegenläufige Entwicklung zum langfristigen Rückgang des Rauchens bei jungen Erwachsenen. Besonders auffällig: Vor allem Mädchen rauchen deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. Weiter auf dem Vormarsch ist bei jungen Menschen das Vapen. Der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten nimmt deutlich zu. Bei Jugendlichen steigt der Anteil der Konsumierenden seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent bei männlichen Jugendlichen und von 1,8 auf 7,8 Prozent bei weiblichen Jugendlichen. Auch Nikotinbeutel, deren Verkauf in Deutschland untersagt ist, gewinnen an Bedeutung. 2025 geben 5,5 Prozent der Jugendlichen und 18,9 Prozent der jungen Erwachsenen an, diese Produkte ausprobiert zu haben. 2023 sind es 4,1 Prozent der Jugendlichen und 14,8 Prozent der jungen Erwachsenen. 

Streeck kritisiert als besonders verantwortungslos die Aufmachung vieler Produkte. Nikotin, das nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, senke die Hemmschwelle. Er fordert: „Aromen, die Kindern und Jugendlichen den Einstieg erleichtern, müssen vom Markt.“ Zu einer modernen Nikotinpolitik, die den Einstieg weniger attraktiv mache, gehören ihm zufolge auch höhere Preise. Mehr Konsequenz fordert er bei der Durchsetzung bestehender Regeln, „zum Beispiel gehören E-Zigaretten nicht in die Hände von Minderjährigen“. 

Der Beauftragte der Bundesregierung weist darauf hin, dass hierzulande jährlich 130.000 Personen pro Jahr an den Folgen von Tabakkonsum sterben. Tabak- und Nikotinkonsum seien daher kein Randthema der Gesundheitspolitik, sondern eine der größten vermeidbaren Krankheits- und Todesursachen. 

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