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14.05.2024

Verbände Suizidprävention: Bestehende Strukturen fördern

Kassel (pag) – Lob erntet die Nationale Suizidpräventionsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums von diversen Verbänden und Akteuren der suizidpräventiven Praxis. Damit sei ein erster richtiger Schritt getan. Es dürfe nicht bei einer Absichtserklärung bleiben und bestehende Strukturen müssten gefördert werden, drängen die Fachverbände in einem Pressegespräch des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro).

Die Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP) appelliert in Richtung Bundestag, jene suizidpräventiven Strukturen umfassend monetär zu fördern, die bereits bestehen. Verankert gehöre das in den Bundeshaushalt 2025 und in einem Suizidpräventionsgesetz, so DASP-Vorstandsmitglied Georg Fiedler. Im gleichen Zug sieht er auch eine gesetzliche Verankerung eines durchgehend erreichbaren bundesweiten „Hilfetelefons Suizidprävention“ im Rahmen einer zentralen Beratungs- und Koordinationsstelle nach dem Modell des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen”.

Viele Aufgaben, welche die Strategie adressiert, werden bereits heute von verschiedenen Organisationen wahrgenommen, erinnert NaSPro-Leiterin Prof. Barbara Schneider. Auch sie fordert: Diese „Expertise und jahrelange fruchtbare multiprofessionelle Zusammenarbeit im Nationalen Suizidpräventionsprogramm muss erhalten und auskömmlich finanziell abgesichert werden“.

Ähnlich fällt die Sicht der Bundesärztekammer-Vizepräsidentin Dr. Ellen Lundershausen aus: Grundsätzlich begrüßt sie die Strategie. Doch sie lasse die Frage nach der Finanzierung außer Acht und es mangle ihr an einer verbindlichen Grundlage für die Umsetzung. Lundershausen drängt: „Deswegen benötigen wir das vom Bundestag zu Recht geforderte Suizidpräventionsgesetz.“ Wichtig ist ihr dabei, dass ihr Haus samt den Fachkreisen der Suizidprävention eng in den Erarbeitungsprozess des Gesetzes eingebunden werden.

Vertreter aus der Palliativ- und Hospizversorgung zeigen sich „irritiert über die mangelnde Berücksichtigung des suizidpräventiven Potenzials“ ihres Bereichs. Dieses Potenzial gehöre dringend mitgedacht.

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