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01.02.2019

Präimplantationsdiagnostik Unionsfraktion stoppt Spahns PID-Plan

Berlin (pag) – Der Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen zu lassen, ist von seiner eigenen Fraktion durchkreuzt worden. Nun wird die PID-Kostenübernahme doch nicht mit in das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) aufgenommen.

Die CDU/CSU-Fraktion hat sich einstimmig dagegen ausgesprochen, PID zur einer Kassenleistung zu machen. Das TSVG sollte die Kostenübernahme der PID neu regeln –in der Unionsfraktion gab es jedoch die Kritik, dass es kein belastbares Zahlenmaterial gebe und eine Neuregelung genau erörtert werden müsse. Das Thema soll neu bewertet werden, wenn ein Bericht über Erfahrungen mit der PID-Diagnostik vorliege.

Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis (SPD) kritisiert die Entscheidung: „Der Entschluss der Union heißt übersetzt: Die PID ist zwar in engen Grenzen erlaubt, aber nur wohlhabende Menschen sollen Zugang erhalten“, moniert sie und erklärt weiter: „Das halte ich für zutiefst unsozial. Wer mit Moral und Ethik argumentiert, sollte sich auch in die Situation der betroffenen Paare hineinversetzten.“ In einer emotional sehr schwierigen Situation für die Paare, die die PID in Anspruch nehmen können, wolle die CDU/CSU hier eine Kostenbarriere aufbauen, „wohlwissend, dass damit die Untersuchung für viele Menschen schlichtweg unbezahlbar ist“. Nach dem Bundestagsbeschluss 2011, die PID in klar definierten Grenzen zuzulassen, sei es nur konsequent, wenn die Kosten für die wenigen betroffenen Paare übernommen werden.

Bei einer PID gibt es nach einer künstlichen Befruchtung die Möglichkeit, Embryonen auf schwere Erbkrankheiten zu untersuchen. Nur Embryonen ohne Genschäden werden dann in die Gebärmutter übertragen, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert.