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05.08.2019

Widerspruchsverfahren UPD kritisiert Krankenkassen

Berlin (pag) – Mangelnde Transparenz, irreführende Kommunikation. So kritisiert die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) die scheinbare Praxis vieler Krankenkassen bei Widerspruchsverfahren. 2018 drehten sich rund 40.000 ihrer Beratungen um Fragen und Probleme mit Leistungen der Krankenkassen, teilt die UPD mit.

„Uns liegen konkrete Beispiele von Schreiben verschiedener gesetzlicher Kassenarten an die Versicherten vor. Diese belegen, dass Versicherte, die einen Widerspruch eingelegt haben, noch immer von ihrer Krankenkasse dazu aufgefordert werden, über die Rücknahme eines Widerspruchs zu entscheiden“, klagt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede. In den Schreiben werde der Eindruck erweckt, der Widerspruch sei erfolglos, obwohl es noch gar keine Entscheidung im Verfahren gebe. „Die Versicherten fühlen sich dann dazu gedrängt, den Widerspruch zurückzunehmen“, sagt Krumwiede. Er vermutet, dass diese Praxis System hat.
Oft hätten Versicherte auch Probleme, die Schreiben ihrer Kassen zu verstehen. Sie würden sie dann falsch einordnen. Der UPD-Geschäftsführer argwöhnt, dass sich die Kassen das bewusst zu Nutze machen. Den Patienten entstünden so Nachteile. „Denn haben sie ihren Widerspruch zurückgenommen, verzichten sie damit auf alle Rechtsmittel und können nicht mehr vor dem Sozialgericht klagen“, klärt er auf. Außerdem seien viele ablehnende Bescheide nicht mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen. Das sei jedoch gesetzlich vorgeschrieben. „Neben mangelnder Transparenz für den Versicherten im Einzelfall ist das Genehmigungsverhalten der verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen insgesamt intransparent“, bemängelt Krumwiede. „Bis auf wenige Ausnahmen werden die Widerspruchsquoten durch die einzelnen Krankenkassen nicht veröffentlicht.“