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31.08.2026

HilfsmittelVersicherte greifen tiefer in die Tasche

Berlin (pag) – Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Hilfsmittel sind angestiegen. Das geht aus dem sogenannten Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes hervor. Demnach beträgt das Ausgabenvolumen 2025 rund 12,1 Milliarden Euro. 2024 waren es noch 11,5 Milliarden Euro. Zugrunde liegen 31,9 Millionen Versorgungsfälle, etwas mehr als im Jahr davor (31,75).

Bei rund 7,1 Millionen Fällen (22 Prozent) entscheiden sich Versicherte für eine Hilfsmittelversorgung mit Mehrkosten, ungefähr genau so viel wie im Jahr davor. Das macht eine Gesamtsumme von etwa 1,13 Milliarden Euro. Mehrkosten entstehen, wenn sich Versicherte für Extras aus Gründen der Ästhetik oder des Komforts entscheiden.

Die Versicherten zahlen in diesen Fällen im Durchschnitt rund 159 Euro aus eigener Tasche (2024: 149 Euro). Damit sind die durchschnittlichen Mehrkosten je Versichertem um sieben Prozent gestiegen. Mehrkosten sind nicht identisch mit dem Eigenanteil. Dieser beträgt für jedes Hilfsmittel mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erhöhen sich die Zuzahlungen ab 2027 um rund 50 Prozent. 

96 Prozent aller Versorgungsfälle mit Mehrkosten verteilen sich auf lediglich acht Produktgruppen, der Rest auf 31 weitere Produktgruppen. Über ein Drittel entfällt auf Einlagen (2,59 Millionen Mehrkostenfälle). „Dieser Versorgungsbereich verfügt zum einen über die höchste Anzahl der GKV-Versorgungsfälle (rund 4,76 Millionen) und zum anderen über den zweithöchsten Anteil an Versorgungsfällen mit Mehrkosten innerhalb der Produktgruppe (54,50 Prozent)“, heißt es im Bericht. Den höchsten Anteil machen Brustprothesen mit 64,06 Prozent aus. 

Für den Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) zeigt der Bericht, dass die Hilfsmittelversorgung wirtschaftlich, patientenorientiert und kein Kostentreiber im Gesundheitswesen sei. „Damit auch künftig eine starke Hilfsmittelversorgung gesichert werden kann, müssen die wohnortnahen Versorgungsstrukturen gestärkt und den Hilfsmittel-Leistungserbringern verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen geboten werden“, fordert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. Der Verband warnt vor weiteren Sparmaßnahmen und der Rückkehr zu Ausschreibungen.

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