Impulspapiervfa: Wie sich P4P im AMNOG realisieren lässt
Berlin (pag) – Erfolgsabhängige Vergütungsmodelle für Arzneimittel (Pay-for-Performance) sind im bestehenden AMNOG zwar möglich, aufgrund von Hürden aber die Seltenheit. Wie die Politik diese Hürden abbauen kann, fasst der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in einem Impulspapier zusammen.
„Vor dem Hintergrund des medizinischen Fortschritts können innovative Vergütungsansätze in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen“, glauben die Autoren des 15-seitigen Papiers. Mit Pay-for-Performance (P4P) könnten der GKV-Spitzenverband und die Hersteller die Vergütung künftig stärker am tatsächlichen Therapieerfolg ausrichten und zugleich Innovationen frühzeitig in die Versorgung bringen, so der Industrieverband.
„Wir brauchen eine Erstattung, die medizinischen Fortschritt aufnimmt und das Risiko mangelnden Therapieerfolges fair teilt,“ sagt vfa-Präsident Han Steutel. Dafür sei Pay-for-Performance eine wichtige Option – „wenn vereinbarte Erfolgskriterien klar messbar sind und die Vergütung daran anknüpft“. Auf dem Papier seien solche Modelle bereits möglich. Jedoch stelle die aktuelle Ausgestaltung des Risikopools im Risikostrukturausgleich (RSA) eine entscheidende Hürde dar, die Zahlungsmodalitäten anders als in der klassischen Erstattungsbetragsvereinbarung zu regeln.
Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) berichtete 2022 in einem Gutachten über nicht erwünschte Anreizeffekte des Risikopools, die im Zusammenwirken mit P4P-Verträgen aufträten. Das BAS unterbreitet dabei einen Vorschlag für ein neues Verwaltungsverfahren, das nach Korrektur des RSA-Jahresausgleichs durchgeführt wird, damit diese Wirkungen nicht mehr vorkommen. Vorschläge aus dem BAS-Gutachten sollten zeitnah realisiert werden, empfiehlt der vfa. Drei Kernforderungen richtet der vfa an die Politik, damit P4P-Ansätze tatsächlich eine Option für den Patientenzugang werden. An erster Stelle müsse der Risikopool zur Gleichbehandlung unterschiedlicher Vergütungsmodelle angepasst werden. Zweitens fordert der Verband, gesetzlich klarzustellen, dass für Pay-for-Performance breite Ausgestaltungsmöglichkeiten im AMNOG bestehen und solche Ansätze alternativ vereinbart werden können. Drittens sollte die Dateninfrastruktur zur Erfolgsmessung gestärkt werden.