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16.10.2025

PPP-RichtlinieVier von fünf Psychiatrien erwarten Sanktionen

Berlin (pag) – Sobald die Sanktionen aus der „Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie“ (PPP-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses im Januar 2026 scharfgestellt werden, rechnen die meisten Kliniken mit Vergütungsausfällen und Folgen für die Versorgung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts.

Insgesamt 78 Prozent der Befragten rechnen mit Sanktionen für ihr Haus, geht aus der Umfrage hervor, die von der Deutschen Krankenhausgesellschaft beauftragt wurde. Die Umfrageergebnisse seien „besorgniserregend“, so der DKG-Chef Dr. Gerald Gaß. „Das notwendige Personal ist schlicht auf dem Arbeitsmarkt nicht vorhanden, oder die Kostenträger verweigern die Finanzierung der erforderlichen Personalstellen“, verteidigt er unerfüllte Mindestvorgaben. 

Fast ein Drittel der befragten Häuser erwarten jährliche Vergütungsausfälle von bis zu einem Prozent, während 43 Prozent mit Einbußen von mehr als einem und bis zu drei Prozent rechnen. 22 Prozent der Kliniken geben an, Verluste zwischen über drei und fünf Prozent zu erwarten, fünf Prozent prognostizieren noch höhere Ausfälle. Die Krankenhäuser befürchten infolge der Sanktionen vor allem verschärfte Prüfungen durch den Medizinischen Dienst und zunehmend schwierige Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern. Auch sorgen sie sich, Wartelisten einführen oder Betten sperren zu müssen.

„Wir bekennen uns eindeutig zu adäquaten und hochwertigen Personalvorgaben. Vor allem aber bekennen wir uns zu der Verantwortung, die Versorgung psychisch erkrankter Menschen jederzeit sicherzustellen“, betont Gaß. In seinen Augen gefährdeten die PPP-RL-Sanktionen teilweise die Versorgung psychisch erkrankter Menschen durch die Verknappung von Behandlungskapazitäten. Statt zu sanktionieren, müssten „Politik und Krankenkassen gemeinsam dafür sorgen, dass die Kliniken die notwendige Personalausstattung tatsächlich refinanziert bekommen und besetzen können“, appelliert der DKG-Vorstand.

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