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12.07.2018

PrEP Von der Innovation zur regulären Versorgung

Köln (pag) – Leichterer Zugang zur HIV-Prophylaxe PrEP: Diverse Fachgesellschaften haben Leitlinien verabschiedet, mit denen es problemloser wird, das Medikament anzubieten. Das teilt die Deutsche AIDS-Hilfe mit. Allerdings zahlen die Krankenkassen nicht dafür.

Die Deutsche AIDS-Hilfe feiert die Verabschiedung der Leitlinien für Deutschland und Österreich als großen Erfolg. „Die PrEP wird mit den Leitlinien von einer Innovation zum Teil der regulären Versorgung. Die versammelte Fachwelt unterstreicht damit: Die medikamentöse Prophylaxe ist ein anerkannter Schutz vor einer HIV-Infektion“, betonte Sven Warminsky aus dem Vorstand der AIDS-Hilfe, die die Leitlinien miterarbeitet hat. „Die Regeln und Informationen geben Sicherheit – denen, die PrEP verschreiben, wie denen, die sie nutzen.“ Sie gelten für Deutschland und Österreich und wurden unter der Federführung der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG) auf den Weg gebracht. Sie ersetzen die „Vorläufigen Empfehlungen“ der Deutsch-Österreichischen AIDS-Gesellschaft.
PrEP ist die Abkürzung für Präexpositionsprophylaxe, was mit „Vor-Risiko-Vorsorge“ übersetzt werden kann. Das Präparat ist seit 2016 in Deutschland zugelassen, seit 2017 ist es für 50 bis 70 Euro pro Monat erhältlich, heißt es von Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe. Hinzu kämen oft noch Kosten für Untersuchungen. Es gilt neben Kondomen und der Schutzwirkung durch die HIV-Therapie als dritte Safer-Sex-Methode und für einige Menschen als die einzig praktikable.
Die Deutsche AIDS-Hilfe erläutert: „Um die HIV-Infektion zu verhindern, nimmt man ein HIV-Medikament mit zwei Wirkstoffen ein, das die Vermehrung von HIV verhindert. HIV kann sich dann nicht im Körper festsetzen.“
Die Leitlinien beinhalten, dass Menschen mit „substanziellem Risiko“ einer HIV-Infektion das Präparat angeboten werden soll. Betroffene könnten es dauerhaft oder – nach einer intensiven Beratung – auch nur bei Bedarf einnehmen. In Frage kämen Menschen mit einem negativen HIV-Test zu Beginn der Einnahme sowie einem weiteren nach einem Monat. Es folgten weitere Tests alle drei Monate auf HIV und andere Sexualkrankheiten.
Zwar werde es durch die Leitlinien einfacher, PrEP anzubieten, doch bleibe die Finanzierung ein Hindernis, da die Kassen nichts zahlen würden, wie Warminsky hervorhebt. Er fordert deswegen: „Neben klaren Regeln brauchen wir eine Finanzierung, die niemanden ausschließt.“