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18.01.2019

Positionspapier Wann macht Molekulardiagnostik in der Krebsversorgung Sinn?

Berlin (pag) – Vielfältige Möglichkeiten, komplexe Analysen und hohe Erwartungen sind mit der Molekulardiagnostik verbunden. Wann diese sinnvoll in der Versorgung von Krebspatienten einzusetzen ist, beschreiben neun Fachgesellschaften in einem gemeinsamen Positionspapier. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) hat die Federführung inne.

Mehrere Experten stellen das Papier bei einer Pressekonferenz vor. Wichtig ist ihnen allen, dass die Molekulardiagnostik zielgerichtet und integriert zum Einsatz kommt.
Die Zahl molekulardiagnostisch nachgewiesener, krankheitsbezogener Aberrationen nimmt stetig zu. Molekulardiagnostische Verfahren sind dann in der Versorgung sinnvoll, wenn Evidenz für einen Nutzen der Ergebnisse in der jeweiligen Indikation besteht, heißt es im Positionspapier. Unterschieden wird dort zwischen Prävention und Früherkennung, Diagnose sowie Therapie. Zu letzterem nennt Prof. Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, das Beispiel Brustkrebs. „Auf Basis der TAILORx-Studie kann bei einer definierten Gruppe von Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem Mammakarzinom die Empfehlung zur adjuvanten Chemotherapie unterstützt, bei einer anderen Gruppe auf die Chemotherapie verzichtet werden“, sagt der Mediziner.
Der DGHO-Vorsitzende Prof. Carsten Bokemeyer unterstreicht, dass die molekulare Diagnostik im klinischen Kontext sinnvoll indiziert und interpretiert werden müsse. Dem stimmt Prof. Wilko Weichert, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, zu. Er sagt: „Molekulare Diagnostik hat keinen Eigenwert, sie gehört in den klinischen Kontext eingebettet.“
Der medizinische Leiter der DGHO, Prof. Bernhard Wörmann, mahnt auf der Pressekonferenz an, dass Molekulardiagnostik überall in Deutschland verfügbar sein müsse, und nicht nur an Zentren. Ihm geht es um eine „flächendeckende Versorgung mit Hochleistungsmedizin“.

Link zum Positionspapier:
www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/molekulare-diagnostik/molekulare-diagnostik-positionspapier-2019-1.pdf