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15.07.2025

KongressWarken kündigt Präventionsgesetz 2.0 an

Berlin (pag) – „Glory in Prevention“ lautet der Titel des von Gesundheitsstadt Berlin veranstalteten Kongresses für Prävention und Langlebigkeit. In ihrer Eröffnungsrede stellt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eine Überarbeitung des zehn Jahre alten Präventionsgesetzes in Aussicht.

Dabei sollen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt stehen: Wie kann Prävention mithilfe von Gesundheitsdaten zielgerichteter ausgebaut werden? Wie können die Krankenkassen noch mehr Angebote auf kommunaler Ebene unterstützen? Wie kann dafür gesorgt werden, dass alle Akteure – Krankenkassen, private Krankenversicherungen, Renten- und Unfallversicherung, Länder und Kommunen, Gesundheitsämter und Zivilgesellschaft – ihre Ressourcen durch bessere Zusammenarbeit noch effektiver einsetzen? Die CDU-Politikerin will außerdem den Öffentlichen Gesundheitsdienst auch nach Ende des Paktes stärken und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung verbessern. Ebenfalls auf ihrer Agenda steht eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik, im Sinne des „Health in all Policies“-Ansatzes. 

Warken räumt ein, dass Deutschland bei den „healthy life years“, den gesunden Lebensjahren ab der Geburt, hinter dem europäischen Mittel zurückbleibe. Dabei sei das hiesige Versorgungssystem sehr teuer: Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt beträgt 12,6 Prozent. „Damit liegen wir mehr als zwei Prozent über dem EU-Durchschnitt.“ 
Zusätzlicher Druck entsteht der Ministerin zufolge dadurch, dass das System „demografisch in die Zwickmühle“ gerate: Mit den Babyboomern verlasse eine große Alterskohorte das Arbeitsleben. Ärzte und Pflegende, die zuvor Patienten behandelt haben, sitzen nun selbst im Wartezimmer. 

Wenn der Druck auf das Gesundheits- und Pflegesystem sinke – mit jeder nicht eintretenden Erkrankung, mit jeder eingesparten teuren Therapie, mit jeder vermiedenen oder herausgezögerten Pflegebedürftigkeit, „ist das jede Anstrengung wert, mehr für Prävention zu tun“, sagt Warken. Die Forderung nach mehr Prävention ist nicht neu. Warken zufolge fehlt in der verhältnismäßig kurzen Zeit einer Legislatur die Aussicht auf den Ruhm in der Prävention. „Die Früchte von Prävention werden erst sehr zeitverzögert geerntet.“

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