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22.07.2025

„Proof of Concept“Was in der Digitalen Primärversorgung schon möglich ist

Baiersbronn (pag) – Rezeptbestellung über Voice-Mail, 24/7-Erreichbarkeit per Chat-Bot, Zugriff auf den Medikationsplan, Online-Terminbuchung und und und. Die Gemeinschaftspraxis „Spritzenhaus“ zeigt, was digital möglich ist – zumindest, wenn das ganze System aus einem Guss ist.

Im Webgespräch des Bundesverbandes Managed Care (BMC) stellt der Allgemeinmediziner Prof. Wolfgang von Meißner das Best-Practice-Beispiel vor. Im System des „Spritzenhauses“ sind umfangreiche digitale Lösungen umgesetzt, mit denen bereits heute zentrale Elemente der elektronischen Patientenakte funktional erweitert und im Praxisalltag angewendet werden. „Theoretisch kann uns der Patient digital immer erreichen“, so von Meißner. Auch KI-Tools – in erster Linie Spracherkennung – werden genutzt. Alle Anwendungen sind im Praxisverwaltungssystem (PVS) integriert und können dadurch auf alle Daten zugreifen. „Das war unser Proof of Concept, dass dieses System funktioniert“, so von Meißner. Die Technik ist in Zusammenarbeit mit einem mittelständischen PVS-Hersteller entwickelt worden. Prof. Lutz Hager, BMC-Vorstandsvorsitzender, ist begeistert: „Es sind verschiedene Elemente und Prozessschritte, die in dem Projekt in einer Architektur verbunden wurden.“ Das ermögliche sowohl auf Seite der Patienten wie auch auf Praxisseite einen viel besseren Flow.

Von Meißner erläutert ein Beispiel: Ein Patient bestellt per Sprachnachricht an die Praxis ein Folgerezept. Die KI analysiert diese und identifiziert anhand des Namens und Geburtsdatums den Patienten und sieht in den Daten dessen bisherigen Medikationsplan. Nun wird automatisch eine neue Verschreibung vorbereitet, die auf einem digitalen „Stapel“ des Arztes landet. Der muss auf seinem Computer nur noch kurz überprüfen und das Rezept freigeben, das dann direkt auf die Gesundheitskarte geladen wird. Gibt es in der Kette einen Fehler, etwa wenn ein Patient ein Medikament anfordert, das er bisher nicht bekommt, landet das Anliegen auf dem „Fehlerstapel“ und wird vom Praxisteam persönlich bearbeitet.

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