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05.01.2021

Forschung Zusammenhang zwischen Zervixkarzinom und HIV-Infektion

München (pag) – HIV-infizierte Frauen haben ein sechsfach höheres Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das hat ein Forschungsteam der Technischen Universität München herausgefunden. Besonders betroffen sind die Regionen Süd- und Ostafrika.

Weltweit entfallen 5,8 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Diagnosen auf Frauen mit einer HIV-Infektion (Stand: 2018). Dies entspricht 33.000 Fällen, von denen 85 Prozent in Subsahara-Afrika auftreten. Frauen mit HIV haben ein sechsfach höheres Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, als Frauen ohne HIV-Infektion, so die Ergebnisse der Studie. „Die Assoziation zwischen Zervixkarzinom und HIV ist einleuchtend“, sagt Prof. Andrea Winkler, Co-Leiterin des Centers for Global Health. Gebärmutterhalskrebs würde meist durch Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV) verursacht, welche ebenso wie HIV sexuell übertragen würden.

Am stärksten betroffen sind die Regionen Süd- und Ostafrika, in denen 64 Prozent (Südafrika) beziehungsweise 27 Prozent (Ostafrika) der Zervixkarzinome bei Frauen mit einer HIV-Infektion diagnostiziert wurden. Hier seien kostenfreie HPV-Impfungen und Gebärmutterhalskrebs-Screenings von hoher Bedeutung. „In Afrika gibt es zwar durchaus bereits Zervixkarzinom-Screenings, aber bislang hauptsächlich für Frauen, die einen höheren sozioökonomischen Status haben und es sich daher finanziell leisten können“, so Prof. Stefanie Klug, Inhaberin des Lehrstuhls für Epidemiologie.

Die Forschenden haben eine systematische Review und eine Meta-Analyse von insgesamt 24 Studien aus den Jahren 1981 bis 2016 durchgeführt, an denen 236.127 Frauen mit HIV aus vier Kontinenten – Afrika, Nordamerika, Asien und Europa – teilgenommen haben. Insgesamt enthalten diese Studien 2.138 Zervixkarzinom-Fälle. Zudem werden die Ergebnisse mit Daten von UNAIDS zur weltweiten HIV-Infektion und mit Daten der International Agency for Research on Cancer (IARC) zum Zervixkarzinom verbunden und ausgewertet.