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Hybrid-Veranstaltung zum Thema: Hohe Preise – Gute Besserung? Wege zur gerechten Preisbildung bei teuren Arzneimitteln

Für einige zuvor kaum therapierbare seltene Erkrankungen gibt es inzwischen hochwirksame, aber teils extrem teure Medikamente. So kostete Zolgensma, ein Gentherapeutikum gegen spinale Muskelatrophie, bei Markteinführung in Deutschland mehr als 2 Millionen Euro pro einmalig notwendiger Dosis. Damit gilt es als das teuerste Arzneimittel der Welt. Kaftrio, ein hochwirksames Medikament gegen die Symptome von Mukoviszidose, kostet im Jahr um die 275.000 Euro pro Patient oder Patientin. Weitere hochpreisige Arzneimittel werden für die kommenden Jahre erwartet. Solch hohe Preise bringen eine Reihe ethischer Herausforderungen mit sich. So gilt es z. B. angesichts begrenzter Ressourcen in einem solidarischen Gesundheitswesen, die Ansprüche von allen Versicherten auf bestmögliche Behandlung, aber auch die von forschenden Arzneimittelherstellern auf Refinanzierung ihrer Investitionen gegen das Erfordernis abzuwägen, Gesundheitskosten und insbesondere Krankenkassenbeiträge nicht beliebig ansteigen zu lassen. Neben Entscheidungen über den Zugang zu diesen neuen Medikamenten geht es aus ethischer Perspektive grundsätzlich auch um nachvollziehbare Kriterien, mittels derer die Wirksamkeit, die Zweckmäßigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit medizinischer Maßnahmen bestimmt werden können.

Angesichts der Notwendigkeit, trotz begrenzter Ressourcen zu tragfähigen Verfahrensweisen zu kommen, möchte der Deutsche Ethikrat im Rahmen seiner Jahrestagung 2022 eine ethische Debatte über den solidarischen und gerechten Umgang mit neuen teuren Medikamenten anregen.

Folgende Leitfragen stehen bei der Tagung im Mittelpunkt:

  • Wie wirkt sich die Verfügbarkeit teurer Medikamente auf den medizinischen Alltag von Betroffenen und Behandelnden aus?
  • Welches Maß an Verbesserung der individuellen Behandlungsqualität kann die Einführung eines teuren Medikamentes rechtfertigen?
  • Wie entstehen die hohen Preise, und wie können diese in einem solidarischen Gesundheitssystem gerechtfertigt werden?
  • Wie lässt sich die Verfügbarkeit und gerechte Verteilung kostenintensiver Arzneimittel verbessern?
  • Wie kann eine gerechte Verteilung auch international angesichts globaler Unterschiede im Zugang zu Ressourcen sowie unterschiedlicher Gesundheitssysteme gelingen?

Hinweise zur Anmeldung für die Präsenzveranstaltung werden zeitnah hier veröffentlicht. Die Tagung wird darüber hinaus frei zugänglich online übertragen.

Datum22.06.2022, 10:00
ArtVeranstaltung
Anmeldung erforderlich
OrtEstrel Hotel & Congress Center Berlin
Sonnenallee 225
12057 Berlin
Veranstalter

Deutscher Ethikrat
Jägerstraße 22 - 23
10117 Berlin
030 - 20 37 02 42
030 - 20 37 02 52
florian@ethikrat.org
www.ethikrat.org